5 Aktivitäten auf dem Spaziergang

5 Aktivitäten auf dem Spaziergang

Jeder der einen Hund hat kennt das, man trabt so nebeneinander her, der Hund interessiert sich für den ein oder anderen Geruch und der Mensch hängt verträumt seinen Gedanken hinter. Ich liebe diese Momente und nenne Sie liebevoll ‘‘ der Luftleereraum‘‘. Denn genauso fühlt sich mein Gedankengut an, Leer. Wenn man mich fragt „ und worüber denkst du nach?“ kann ich die Frage teilweise gar nicht beantworten, ich war so tiefenentspannt das ich einfach keinen Gedanken packen kann.

Auch unseren Hunden tun solche Momente gut, auch diese hängen ihren Gedanken nach und wirken manchmal genauso abwesend. Ab und zu wird eine tolle Fährte ausfindig gemacht und das Gehirn wird kurz wiederbelebt.

Doch eigentlich ist mir aufgefallen, dass solche Spaziergänge bei den meisten Hundehaltern, in unser Umgebung, zum normalen zählen und ich muss sagen, das es mir leid tut, für all die Hunde die zum Balljunkie geworden sind und nur nach der Aufmerksamkeit ihres Herrchens oder Frauchens lechzen. Manche haben auch schon so resigniert, das sie Kilometer weit auf den nächsten Hund zu rennen oder sich beim Spaziergang gar nicht an Ihrem menschlichen Begleiter orientieren. Warum auch, der will eh nie was Spannendes von mir und wenn er was will dann muss ich ja nicht hören, schließlich brabbelt er die ganze Zeit ins Handy, wer soll da noch wissen für wen das Kommando ist.

Bei uns sieht das ganze eher etwas anders aus, den Luftleerenraum spreche ich mir nur zu wenn Kylar an dem Tag schon eine Aktivität hatte oder noch vor sich hat. Hierrunter zählen Ausflüge, Hundeschule, etc. alles die wo ich eine hohe Aufmerksamkeit von Ihm möchte. Soll er eher unauffällig rum gammeln, wie zum Beispiel bei einem Grillabend mit Freunden helfen mir die 5 Aktivitäten ihn müde zu machen.

1 Dummy in allen Variationen

Zum Thema Dummy gibt es so viel zu erzählen, was man alles machen kann, wie man es am besten Anfängt etc. Ich gebe euch hier einfach mal einen kurzen Überblick was wir so mit dem Dummy anfangen. Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, dann schreibt mir das doch einfach mal in die Kommentare.

  • Apportieren

Ganz vorne steht wohl das Apportieren, hier wird der Dummy geschmissen und der Hund soll den Dummy zu einem zurück bringen.

Wir haben das in der Wohnung geübt, den Dummy geschmissen und ihn auf kurze Distanz bringen lassen. Da Kylar immer alles auf seine Decke bringt, hab ich mich einfach auf seine Decke gesetzt und so hatte er es ganz schnell verinnerlicht, das aus dem Futterdummy was ganz tolles kommt, wenn man ihn zu Frauchen bringt.  Funktioniert diese Methode nicht würde ich das Rückwärts Aportieren empfehlen, als Einstiegsübung.

Holt euer Hund den Dummy sicher, fange ich an, dass er es auf Kommando holen soll. Kylar soll zu dem Zweck neben meinem linken Bein sitzen und erst los laufen wenn das Kommando Apport kommt. Am Anfang ruhig den Hund am Halsband fest halten, so dass er nicht direkt nach dem Wurf los sprinten kann. Ihm dann mit dem Kommando los lassen.

  • Voran

 

Brav wartend, bis ich den Dummy für das Voran plaziert habe

Hierbei wird der Dummy von mir versteckt, Kylar sieht aus welcher Richtung ich wieder komme und wird von mir mit einem Handzeichen in die richtige Richtung und dem Kommando Voran geschickt.

Diese Übung ist schwieriger, da der Hund nur die Richtung kennt, es erfordert viel Teamarbeit, denn der Hund soll in die Richtung laufen, in die ihr zeigt und zwar so lange bis er am gewünschten Ort angekommen ist.

Im Fortgeschritten Training kann so ein Voran schon mal mehr als 50 Meter haben, aber da sind wir noch lange nicht.

Trainiert wird es in dem ihr mit dem Hund zusammen den Dummy ein paar Meter von euch weg platziert.  Nun entfernt ihr euch, gemeinsam mit eurem Hund und schickt ihn dann mit einer eindeutigen Arm und Handhaltung, die im besten Fall in einer graden auf den Dummy zeigt, mit dem Kommando voran zum Dummy.

Holt er diesen erfolgreich mehre male könnt ihr, den gemeinsamen Weg immer mehr reduzieren, euer Hund sollte allerdings immer noch sehen wo ihr den Dummy hinlegt. Hat er auch dies verstanden. So könnt ihr den Dummy jetzt einmal verstecken. Nun muss euer Hund euch vertrauen das dort wo ihr hin zeigt wirklich etwa für ihn ist.

Es ist eine super Übung um das Vertrauen in eure Worte zu festigen.

Kylar würde vieles ohne Hinterfragen einfach machen, weil er mir vertraut. Nur beim Dummy ist er manchmal einfach am Zweifeln ob da wirklich etwas ist. Wir arbeiten da ganz fleißig dran, das auch das sich so gefestigt hat, das er genau weiß, „die Alte schickt mich nicht wenn da nix wäre.“

  • Suchen

Beim Suchen ist der Dummy einfach Weg. Meist platziere  ich ihn in einem engen Kreis um uns und lasse Kylar in aufspüren. Am Anfang habe ich immer mit ihm gesucht, gerade wenn er aufgeben wollte, fand er es noch mal motivierend wenn das Frauchen auch am suchen war.

Es ist wirklich schön zu sehen wie man den Radius der ab zu suchenden Fläche langsam vergrößern kann.

Und ihr glaubt gar nicht wie müde das einen Hund macht. Hier reichen wirklich wenige Trainings Einheiten, bitte nicht direkt den Hund überfordern. Es soll ihm Spaß machen.

2 Rückruf mit und ohne Pfeife

Der Rückruf das leidige Thema, ist kein Hund, kein Reh, Hase oder ähnliches in der Nähe, bewegt sich kein Blatt im Wind und trällert kein Vogel, so klappt bei den meisten Menschen der Rückruf Ihres Hundes. Wäre das nicht auch schön, wenn das klappen würde, wenn irgendwo ein Blatt vom Baum fällt?

Wir haben den Rückruf „HIER“, sehr originell – ich weiß. Trainiert haben wir diesen an der Schleppleine. Euren Hund mit dem gewünschten Kommando rufen und wenn er kommt eine Party machen, kommt er nicht so zieht ihn zu euch ran. Er soll den Befehl nicht ignorieren können. Schnell wird sich bei Ihm festigen das man ein Hier zu befolgen hat, das es aber auch toll ist wenn man es macht.

Leider leide ich unter einer Frauenstimme – also mal Quatsch bei Seite- ich kann einfach nicht laut genug Schreien, sind wir am Meer oder der Hund ist mal etwas weiter weg, es regnet oder ähnliches, ist meine Stimme im Grundrauschen der Welt bis zum Hund untergegangen. Deswegen haben wir mittlerweile umgesattelt auf eine Hundepfeife und jippi sie hat am Meer ganze Arbeit geleistet.

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3 Umgebungen nutzen

Ist wirklich so simpel wie es sich anhört.

Im Wald zum Beispiel, muss Kylar auf Baumstämmen balancieren, unter Banken durch krabbeln, über dickere abgesägte Äste steigen, um seine Hinterhand zu trainieren, soll Bäume umrunden oder mit mir Löcher ausheben und ja ich sitze dann mit meinem Hund auf dem Boden und buddel genüsslich ein Loch.

Auch am Bach wird herlich geplanscht.

Dasselbe gilt für Felder, wir können hier Prima verstecken spielen. Guckt der Hund mal nicht hin wird sich schnell geduckt. Für euren Hund ist es wirklich eine schwierige Aufgabe euch wieder zu finden, es wird Ihn auch aufmerksamer auf euch machen und die Freude euch wieder gefunden zu haben, teilt er dann gerne mit euch. Wir kuscheln dann ganz intensiv.

Orte an denen die Umgebung meist gleichbleibend ist, wie am Strand, wird viel von uns gebuddelt, auch gemeinsam Jagen kann eine super Beschäftigung sein, hier kann man einfach gemeinsam Hasenköttel angucken oder Spuren lesen. Euer Hund findet das ganz spannend wenn sich auch mal das Herrchen dafür interessiert was er toll findet und nicht immer nur anders herum.

4 Grundgehorsam festigen

Wir bauen auch immer mal wieder den Grundgehorsam mit ein, ich finde es ganz wichtig dass man nur weil man es einmal gelernt hat, das nicht schleifen lässt. Wir laufen total gerne Slalom um Baumgruppen, natürlich bei Fuß oder  wiederholen Sitz und Platz.

Ja es hat mit Unterordnung zu tun und der Hund soll schon wissen das es ernst zu nehmen ist, allerdings finde ich, das man auch Spaß dran haben kann, seit ihr schon mal einen Hoppsasalauf mit eurem Hund gegangen während er bei Fuß lief. Er wird ganz schön aufmerksam, dies gilt für alle Geschwindigkeitswechsel und es macht eurem Hund auch noch Spaß, wenn ihr nicht immer stock steif durch die Gegend rennt.

Mal wieder ein Sitz

5 Spiele

Kylar und ich haben so einige Spiele die wir wirklich sehr gerne Spielen, mal Spielen wir auf Hündisch, ganz ohne irgendwelche Gegenstände, dabei fordert er mich oder ich ihn, einfach in geduckter Haltung zum spielen auf. Daraus werden tolle renn und fang Spiele. Wenn ihr das mal genauer erklärt haben wollt, schreibt mir ruhig einen Kommentar und ich werde das Thema mal mehr aufgreifen. Es fördert echt die Bindung.

Natürlich spielen wir auch gerne mit Gegenständen, so wird um einen Dummy schon mal schwer gerungen oder ein Stöckchen hart verteidigt.

Am Ende sind wir einfach beide immer sehr müde und Kylar kommt gerne kuscheln. Ein spielende ohne Kuscheln ist gar nicht mehr vorzustellen und hat sich auch als Ende und Beruhigung so eingebürgert.

 

Ich hoffe ich hab euch ein paar Anregungen gegeben und ihr werdet euren Hunden das ein oder andere auch mal zeigen. Natürlich interessiert es mich auch immer was ihr so auf euren Spaziergängen so treibt, her mit den guten Ideen.

 

Liebe Grüße und nasse Küsse

Eva und Kylar

5 thoughts on “5 Aktivitäten auf dem Spaziergang”

  1. Vielen Dank für die tollen Anregungen! Viele Sachen machen wir auch schon, denn ich kann Rosi noch nicht von der (Schlepp-)Leine lassen und deshalb üben wir auch viel beim „normalen“ Gassi gehen z.B. Rückruf. Aber auch Spielen auf Hündisch und Ringen mit einemmal Stock bauen wir gerne ein, genauso wie verschiedene Kommandos.
    Mit einem Dummy üben wir aber bisher nur Zuhause, so dass wir das auch sicher noch ausbauen werden. Da übernehmen wir sicher das eine oder andere von dir und würden uns über weitere Infos freuen.
    Liebe Grüße
    Nina & Rosi

    1. Hallo Nina,

      Danke für deinen Kommentar, ich freue mich sehr dir Anregungen geben zu können.
      Zum Thema dumme habe ich eine Serie gestartet. Vielleicht trifft das ja genau deinen Geschmack.
      Ich finde es immer toll, wenn man das Hilfsmittel nicht als Hindernis sieht sondern das beste aus der Situation macht. Gerade bei der Schleppleine kann man soooo viel üben und ich bin mir sicher wir werden auch fleißig das ein oder andere mal die Leine schwingen.

      Liebe Grüße

      Eva und Kylar

  2. Hey ho

    Ich finde deinen Artikel sehr schön und konnte nicht verhindern dass ein lächeln mich übermannt hat. Wir haben unseren wuff erst 2 Monate und für mich ist es mein erster Hund. Er istjetzt bald 2 Jahre und ist ein kleiner Traum. Leider findet er apportieren gänzlich uninteressant, aber wir üben ganz viel auf den spaziergängen. Was ich gerne mache während des Luftleerraumes und er ein stück voraus ist: einfach rumdrhen und in eine andere richtung gehen. Ganz ohne kommando. Und wenn er dann merkt mutti geht ja weg und er langsam hinterhergedsckelt kommt lobe ich ihn und rufe ihn zu mir. Dann rennt er wie ein kleines fliegendes schâfchen auf mich zu und freut sich.
    Wenn wir zu zweit mit dem Hund draußen sind entfernen wir uns gern in unterschiedliche richtungen und rufen dann abwechselnd den hund dass er zwischen uns hin und her hetzt. Dss findet er ganz doll super. :3

    Ich könnte mir gar keinen Spaziergang ohne diese Freude in seinem gesichf vorstellen. Und dss loben wenn etwas klappt und das Kuscheln machen selbst so glücklich. Da ist das gassigeen keine. Lästige aufgabe die man eben so in seinen terminkalendef pressen muss und den hund eben nachen lässt was muss…
    Ich finde es echt traurig zu sehen wie manche menschen mit laut musik auf den ohren durch den wald trotten hoffen dsss der hund schon hinterher kommt hnd den hund wortlos genervt hinter sich her zerren wenn er mal schnüffelt oder andere hunde da sind.

    Den hindernislauf im Beifuß möchte ich gerne mal ausprobieren, muss aber erst noch beifuß richtig üben. Derzeit mach ich es so dass ich mich hinter ein hindernis stelle und rufe und lach mich scheckig wenn er dann drum läuft.

    Liebe Grüße carina uns taiyou

    1. Hallo Carina,

      Toll das ihr euch so viel Mühe mit eurem taiyou gebt. Das mit dem hin und her rufen haben wir auch eine Zeitlang gemacht. Was wir dabei eingebaut haben war. Das der wo der Hund steht auf den anderen zeigt und ihm ein Kommando gibt. Bei uns „zu Frauchen“ direkt danach ruft der andere Ihn. Schnell wird er lernen auf das Hier zu kommen aber eben auch zum andern geschickt zu werden. Es klappt bei uns mittlerweile so gut wir ihn zum anderen schicken können wir wirklich mal kein Auge für ihn haben. (Wichtige Telefonate oder Aufgaben) außerdem macht es meinem Mann wohl tierischen Spaß mich mit dem Hund zu erschrecken. Ich laufe oben am auf einer Dünne und mein Mann unter. Der Hund bei Ihm. Während ich oben total auf mich konzentriert bin im Sand nicht weg zu rutschen flitz auf einmal unser Hund an mir vorbei und Start mich an. Herzinfarkt vorprogrammiert. Aber die Freude ihn zu sehen hat mich schnell wieder belebt und wir haben gemeinsam den perfekten Zeltplatz gesucht.
      Was das Beifuß mit Hindernissen angeht. Ist das so eine Sache. Mir weichen die Hindernisse nie aus. Sie machen wirklich einen tollen Job 😉 allerdings muss ich echt dran arbeiten sie wirklich zu umgehen ohne dabei zu stolpern. Bin da echt ein Tollpatsch. Seit gestern üben wir nun das drum. So das er die Bäume alleine umrundet. Das Gesicht hätte man mal sehen sollen. Auf der einen Seite steht er verwirrt da, dann sieht man ihn kurz nicht und schwups grinst er einen an.
      Ich wünsche euch viel Erfolg.
      Liebe Grüße und nasse Küsse
      Eva und Kylar

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