5 Trainingstipps für stressfreie Tierarztbesuche

5 Trainingstipps für stressfreie Tierarztbesuche

Eigentlich war Kylar von Anfang an Dauergast bei Tierärzten. Warum? Ach wir meinten, ein Leben was Reibungslosverläuft wäre einfach zu langweilig. Warum er trotzdem gerne zum Tierarzt geht, tja dieses kleine Geheimnis wollen wir mit euch Teilen.

  1. Den Ort positiv machen

Die meisten Hunde steigen aus dem Auto und sind schon total fertig, weil sie mit dem ersten Atemzug verstanden haben, wo sie gerade sind.

Wie umgehe ich das Problem?

Baut den Tierarzt auf täglichen Spaziergängen mal mit ein, lauft einfach mal dran vorbei. Läuft das ohne Probleme, könnt ihr anfangen auf dem Parkplatz beim Tierarzt ein paar Übungen und spiele mit eurem Hund zu machen, so dass er mit dem Außenbereich schon mal positives verknüpft.


Gerne dürft ihr auch immer ein besonderes gutes Leckerchen bei Tierarzt zücken, klappt das super und euer Hund freut sich schon wenn er nur die Straße mit euch lang geht, dann fragt doch mal beim Tierarzt an ob ihr einfach mal mit ihm im Wartezimmer ein paar Minuten warten dürft.

Die meisten Tierärzte sind dafür sogar sehr dankbar, wenn der Hund gelernt hat, dass es nix besonderes ist und erlauben dies gerne.

Also setzt ihr euch beim nächsten Spaziergang einfach mal ins Wartezimmer, ist euer Hund ruhig, wird er gelobt und das super Leckerchen kommt wieder zum Vorschein. Diese Übung könnt ihr dann langsam steigern. Erst wirklich nur kurz drin bleiben, dann mal einen Moment länger und das dann langsam steigern.

Habt vor allem Geduld. Denn die anderen Tiere sind zu verlockend und auch andere Hunde können stress auslösen, meistert ihr es allerdings gemeinsam, werdet ihr merken auch im krankheitsfall ist das Warten viel entspannter, auch wenn die Katze mal mit im Raum ist.

 

  1. Untersuchungen werden zur Routine

Beim Tierarzt werden häufig, immer dieselben Handgriffe gemacht, das liegt daran, das bei einem Check, genauso wie beim Menschen das Gesamte Bild entscheidend ist.

So sollte der Tierarzt im Normalfall, einmal den Herzschlag abhören, auf Atemgeräusche abhören, die Zähne und Zahnfleisch kontrollieren, in die Ohren schauen, Bauch abtasten und sich einen gesamt Eindruck vom Hund machen.

Gerade diese Untersuchungen kann man wunderbar Trainieren, ein paar Übungen findet ihr am Schluss des Artikels.

Was hat es für Vorteile, mit seinem Hund genau das zu trainieren?

 

  • Euer Hund wird wesentlich Entspannter sein und wissen was von ihm verlangt wird.

  • Er kann die Umgebung und den Ablauf besser bestimmen.

  • In Situationen wo es um schnelles Handeln geht, wird er kooperativer sein und das kann ggf. sein Leben retten.

 

  1. Beim Besuch

 

Kommt es dann endlich zum Besuch und ihr habt das Wartezimmer hinter euch gelassen und seit nun im Behandlungsraum, macht ihr es genauso wie ihr es geübt habt.

Redet mit eurem Tierarzt, dass ihr den Besuch geübt hab und er wird eure Hilfestellungen gerne an nehmen.

Für euren Hund ist es wie eine Trainingssituation und er wird je nach Krankheitslage oder Routine Kontrolle freudig mit machen. Der Besuch ist dann schnell überstanden.

 

Bei dem ganzen hab ich immer Leckerchen parat und zwar für alle, also auch der Tierarzt oder die Tierarzthelferin dürfen zu greifen, Kylar soll sich möglichst wohl fühlen und mitarbeiten. Er wird nicht rumgeschuppst oder einfach angefasst,  nein der kleine Mann muss mit machen, genauso wie ich beim Hausarzt auch.

 

Dadurch bekommt er auch viel mehr Ruhe. Sieht er nur eine Hundewaage, rennt er fröhlich drauf und macht sitz. Was für ein Streber.

 

  1. Der Abschied

 

Das hab ich schon oft mit erlebt, beim Abschied werden noch schnell die Hände geschüttelt und dann lässt man sich vom Hund panisch raus ziehen.


Aber genau so wollen wir es jetzt nicht mehr, zum Abschied bekommt Ihr nun die Hand, falls gewünscht. Euer Hund bekommt für ein ruhiges Sitz, wenn möglich, ein  Leckerchen vom Tierarzt, gerne etwas Besonderes. Der Tierarzt verteilt nicht nur böse Sachen, nein eben auch mal was Gutes und kann sich so wieder etwas einschleimen.

Wenn ihr also in Ruhe bezahlt hab, geht ihr ruhig mit eurem Hund zu Tür, es gibt kein Gezerre oder geränne, er hat einfach ruhig neben euch zu sein. Ihr nehmt euch die Zeit, bis er etwas entspannter ist und verlasst gemeinsam ruhig, die Praxis. Draußen auf dem Hof darf dann nochmal getobt werden.

Wie ihr das mit der Leinenführigkeit schafft, könnt ihr in meinem Artikel wie gewöhne ich meinem Hund das ziehen an der Leine ab nach lesen.

 

  1. Trainingsübungen

Was könnt ihr alles zuhause üben?

Körper abtasten.

Bei uns gehört es zur täglichen Routine, das ich Kylar überall anfasse, ich streichle seinen Kopf, über seinen rücken, einmal die Rute entlang, zwischen seine Beine, an seine Hoden über den Bauch und die Beine ab. Das ist nachher sehr wichtig, weil er es dann auch nicht ganz so unheimlich findet, wenn das mal andere Menschen bei Ihm machen.

 

Bei der Aufgabe sollt euer Hund einfach neben euch Stehen, ihr baut es mit ins streicheln ein und lobt einfach sein ruhiges stehen bleiben, er darf sich gerne dabei umschauen, es soll aber eher dazu da sein, das er das Anfassen und auch das Stille stehen bleiben lernt. Ruhig mit Leckerchen bestechen und erst mit kleinen Schritten anfangen. Es muss am Anfang nicht die ganze Tour sein.

Mittlerweile entspannt Kylar einfach nur noch beim Streicheln.

 

Kopf fixieren

Es kommt immer wieder dazu, dass ihr den Kopf eures Hundes Fixieren müsst. Das bedeutet eine Hand unter sein Kin, eine auf seinen Kopf legen. Ich persönlich mache das gerne etwas anders, ich knie mich vor Kylar und lasse seinen Kopf in meinen Ellenbogen legen, so kann der arm den Kopf an meiner Schulter fixieren und ich habe noch einen Arm für seinen Körper.

Ich habe Kylar vor mich gelockt mit einem Leckerchen und ihn dann kurz fest gehalten während er am mümmeln war, dabei wurde direkt wieder gelobt und es gab zum Abschied wieder ein Leckerchen. Die Zeitspanne haben wir dann etwas gedehnt, so dass er ca. 2 Minuten so bleibt. Länger sollte der Tierarzt für eine Spritze etc. auch nicht brauchen.

 

Mund auf, Zähne zeigen

Lässt sich euer Hund am Kopf fixieren, wäre der nächste Schritt einmal über den Fang zu greifen und die Lefzen hoch zu ziehen, so könnt ihr schon einmal die Zähne gut sehen, natürlich wird das schon gelobt und direkt ein Leckerchen fürs still halten. Nun könnt ihr schauen ob ihr es hin bekommt, den Mund sanft zu öffnen, nur für einen kurzen Augenblick und dann direkt los lassen und loben.

Das öffnen des Mundes sollte auf jeden Fall ausgebaut werden, so dass ein Tierarzt in den Mund schauen kann.

Wir überlegen momentan ob wir dafür ein Kommando einführen. –grübel-

 

Die Ohren

Genauso wie ich in den Mund geschaut hab, gehört es für mich dazu, auch einmal in die Ohren zu schauen, was ich da fest stellen musste ist ja der Wahnsinn, Kylar liebt es wenn ich ihm die Ohren kraule. Hierzu haben wir einfach in die Ohren geschaut und mal etwas an der Ohrmuschel gekrault. Kylar findet es schon so entspannend, da brauchten wir gar keine andere Belohnung mehr.

Fiebermessen oder das auf einem Tisch stehen, haben wir persönlich nicht geübt, da ich nicht wollte das Kylar lernt auf einem unserer Tische zu stehen wäre toll und wird auch noch belohnt und das Fiebermessen, wir haben gar kein Thermometer.


Dafür haben wir allerdings das auf die Seite Legen trainiert. Der Hund wird ins Platz geschickt und mit einem Leckerchen, was man über seinen Rücken führt zum umfallen gebracht, so liegt er seitlich und kann auf dem Boden behandelt werden.

Das haben wir sogar mit einem Kommando gekoppelt und Kylar lässt sich auf Peng erschießen.

 

Auch der Trick Pfötchen geben wurde von uns entfremdet und bietet nun dem Tierarzt die Möglichkeit, ganz entspannt die Pfote zu kontrollieren.

Wie ihr Pfötchen genau trainiert hab ich euch im Artikel wie stärke ich die Bindung zu meinem Hund mit Tricks – Pfötchen geben Schon einmal erklärt, nun könnt ihr das noch etwas ausbauen, in dem ihr von eurem Hund erwartet die Pfote länger liegen zu lassen bis das Leckerchen kommt, später haltet ihr sie kurz fest und am Ende untersucht ihr sie kurz. Wir hatten schon zwei wunden an den Pfoten und waren heilfroh, dass wir das geübt hatten.

Zum Abschluss würde ich raten noch einmal über die Augen zu fahren, auch da sollte die Berührung nicht fremd sein, Kylar und ich sind da erprobt, nach Bindehautentzündungen, kann uns da keiner mehr was vor machen.

 

Und wenn ihr das alles geübt habt, bevor euer Hund krank ist, dann kann man ihm schneller helfen, er wird entspannter bei Medikamenten gaben, wie Augentropfen etc. und es festig eure Bindung, anstatt sie auf die Probe zu stellen durch zu viel Stress und zwang weil die Behandlung nicht warten kann.

 

Ich hoffe unsere Tipps haben euch gefallen, wir freuen uns auf Kommentare

 

Liebe Grüße und nasse Küsse

 

Eva und Kylar

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