Antijagdtraining Teil 2

Antijagdtraining Teil 2

Im ersten Teil hab ich euch nah gebracht, wie man mit dem Hund, das Schleppleinentraining aufbaut.

Nun ist es soweit, euer Hund läuft nicht mehr in die Leine, hat nicht einmal an der Schleppleine gezogen und sie wurde auch nicht stramm.

Ihr habt an eurer Bindung gearbeitet, euer Hund passt nun auf wo hin Ihr geht und es ist Zeit für den nächsten Schritt.

Impulskontrolle

Bei den vielen Hunden, wird das Jagen durch einen Impulse ausgelöst, wie zum Beispiel das Wegrennen von Wild.  Um das durchstarten des Hundes zu verhindern, muss euer Hund lernen sich selbst zu kontrollieren und dem Impuls nicht nach zu geben.

Heute werde ich euch mehrere Übungen dazu vorstellen, die Ihr im Garten, beim Spaziergang oder in der Wohnung einfach mit einbauen könnt. So festigt Ihr eure Bildung noch mehr, denn Ihr erarbeitet einen großen Teil gemeinsam und ihr geht einen Schritt weiter in die Richtung das Reh und Co. weniger interessant wird.

Was ist Impulskontrolle?

Um es mal ganz platt aus zu drücken. Wenn euer Hund zum hundertsten Mal von der Selben Person gefüttert wird und ihr mindestens schon 300 Mal mit ihr diskutiert habt, das Ihr das nicht wollt und ihr seht es wieder. Dann ist Impulskontrolle ihm nicht eine rein zu hauen. So einfach.  Um es mal in Worte zu packen: Das unterdrücken von Gefühlen und affektiven Handlungen.

Man darf nie vergessen, dass viele Handlungen unserer Hunde im Affekt passieren, ein Ball wird geschmissen und der Impuls des Verfolgens wird angesprochen, also rennt er los bevor er sich Gedanken darüber gemacht hat ob das so schlau ist. Dasselbe gilt für Kleinkinder, die über die Straße dem Ball hinterher laufen. Da üben wir schon von Kindheitstagen an der Impulskontrolle, doch bei dem eigenen Hund macht man es nicht. Warum weil man das Kind nicht an die Leine nehmen darf und immer meint dann bleibt der Hund ja nicht mehr Hund. Bleibt das Kind nicht mehr Kind weil es vernünftige Handlungen lernt?

Welche Übungen kann ich mit meinem Hund machen um Impulse zu kontrollieren?

Reizangeltraining

Viele spielen mit Ihren Hunden mit der Reizangelt, lösen mit den Reizen Impulse aus, wie das Jagen des Objektes. Nun möchten wir, dass dieses Objekt nur noch gejagt wird, wenn Ihr das erlaubt. Am besten nehmt ihr euren Hund ans Geschirr und die Schleppleine. Nun lasst Ihr ihn neben euch sitzen. Am besten nehmt ihr die Schleppleine schon kurz und gebt noch mal deutlich den Befehl Sitz. Nun fang Ihr an mit der Reizangel ihn zu reizen, bleibt er sitzen für ein paar Sekunden, freut ihr euch einen Ast ab und gebt ihm direkt ein Leckerchen. Diese Übung sollte am Anfang immer positiv beendet werden. Hier ist weniger mehr.

Später steigert Ihr das, probiert Ihn aus der Reserve zu locken und wenn er aufsteht, Ruft ihr euer Abbruchsignal, bei uns Nein und bringt Ihn zurück ins Sitz, setzt er sich von allein oder lässt vom Objekt ab nach dem Nein, wird er überschwänglich gelobt. Läuft er weiter auf die Reizangel zu, haltet ihr Ihn bevor er dran ist, bringt ihn zurück zum Startpunkt und dort ins Sitz. Ihr wiederholt die Übung und guckt das Ihr ihn unterbrochen bekommt. Natürlich dürft ihn auch mit einer Runde freiem Spiel an der Reizangel belohnen. Das Ganze soll Spaß machen und für den Hund keine stundenlange Qual sein. Sondern Freude, gemeinsam auf die Jagd zu gehen.

Bällchen spielen

Beim Bällchen spielen, dasselbe Spiel. Euer Hund sitz neben euch, Ihr schmeißt den Ball, will er los rennen, wird er gehalten und wieder ins Sitz gebracht. Erst aus dem Sitz darf er auf das Okay zum Ball los rennen. Ihr wiederholt es immer wieder bis er nur läuft wenn ihr ein Okay sagt. Aber auch hierbei soll der Spaß im Vordergrund stehen. Er muss auch mal Erfolg haben.

Leckerchen platzieren


Hierbei legt Ihr Leckerchen auf die Pfoten eures Hundes und verbietet diese. Wartet einen kleinen Moment und erlaubt diese dann. Wenn er das gut kann, fangt ihr damit an, ihm nur ein bestimmtes Leckerchen zu erlauben. Zum Beispiel nur das von der Rechten Pfote aber nicht das von der Linken und baut das immer weiter aus. Wie ihr das Nein richtig aufbaut? Könnt Ihr hier noch einmal nach lesen.

So steigert ihr allmählich, die Selbstkontrolle und die Impulskontrolle eures Hundes, zusätzlich festigt Ihr euer Abbruchsignal und habt Ihm nach und nach beigebracht was er tun soll, wenn eine solche Situation auf Ihn zu kommt, nämlich Sitz.

Damit seid Ihr noch nicht am Ende und ein steiniger Weg liegt noch vor euch, aber dazu mehr in Teil 3.

 

Liebe Grüße

Eva

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