Beerdigung des eigenen Hundes

Beerdigung des eigenen Hundes

Darüber macht man sich ja keine Gedanken, das ist wie der eigene Tod, so unwirklich. Wer geht heute los und plant schon mal seine Beerdigung. So war zu mindestens meine Einstellung am Anfang des Jahres. 3 Todensfälle in der Familie später (Kylar mitgezählt) sehe ich das ganze anders.

Wie nüchtern das Leben sein kann, wie schnell es geht, zeigt mir dieses Jahr. Wie hab ich noch als Kind darüber gelacht, wenn die Oma gesagt hat. „Mensch ist das Jahr schon wieder um.“ Was für ein dummer Satz und was meinte Sie damit bloß.

Im Berufsleben angekommen, raste die Zeit an mir vorbei und ich habe noch kein Jahr erlebt was schneller und Langsamer zu gleich lief wie das Jahr 2017.

In den Momenten wo einem der Tod bewusst wird, geht alles ganz langsam, selbst wenn alle rennen, für dich steht die Zeit und dann gibt es die Momente wo du noch so viel sagen willst und es doch nicht kannst. Wo die Zeit viel zu wenig ist, wo sich 8 Wochen Lebenserwartung an hören wie ein Wimpernschlag und dir der Boden unter den Füßen weg gerissen wird.

Das Leben bleibt unberechenbar und alles was man denkt, wie gut man es noch unter Kontrolle hat, das stimmt nicht. In genau diesen Momenten, fangen Menschen an Ihre eigene Beerdigung zu planen und so absurd es sich anhört, mehr kann dieser Moment doch dann nicht Ihrem Willen entsprechen, als wenn er selbst geplant wurde.

Wie sieht das beim Hund aus?

Beerdigung zu Hause? Einäschern? Asche verstreuen oder in der Urne beisetzen? Nein lieber bei einem im Wohnzimmer behalten? Und schon hageln Fragen und Fragen.


Die erste Frage die man sich stellen sollte, Beerdigen ist ein teures Vergnügen, so böse es sich anhört. Nicht jeder hat das Geld einen geliebten Menschen schön bei zu setzen und so geht es auch mit unseren geliebten Haustieren. Nicht nur für den Tierarzt sollte man gespart haben, nein auch für die Beisetzung, wenn man nicht gerade den eigenen Garten nimmt oder beim Tierarzt lässt.

All das war uns egal, mir stellte sich mehr die Frage will ich das unser ein und alles unter der Erde liegt, ich muss gestehen, dass ich für mich nicht unter die Erde will.

Ich bin schon kein Mensch der gerne eingesperrt ist und dann unter der Erde das Ende finden?  Dann doch lieber auf einer Wiese oder im Meer verstreut sein.

Außerdem kommen dann noch andere Gründe dazu warum ich lieber verbrannt werde. Ein entscheidender, ich will nicht als Geist wieder kommen. Ja ich habe zu viele Horrorfilme geguckt und bei mir spuckt es Zeitweise auch mal zwischen den Ohren. Also irgendwie war das keine Option für Kylar.

Wir haben uns sehr schnell nach dem Tod dazu entschlossen, Kylar verbrennen zu lassen.

Im Rosengarten, hat uns eine sehr nette Mitarbeiterin empfangen, sie gab uns Zeit zum verabschieden und besprach alles nötige mit uns.

Dies wird kein Erfahrungsbericht, dieser Artikel soll nur einmal zum Denken anstoßen, was wollt ihr später für euch? Was wollt Ihr für euren Hund?

Wir haben Kylars Asche bei uns Zuhause, wir werden sie nicht verstreuen. Er wird in einer Bilderrahmenurne beigesetzt und immer ein Teil unseres Lebens bleiben.

Wir müssen sagen, wir haben uns so gut aufgehoben Gefühl, wie man sich nach so einem Ereignis überhaupt fühlen kann und Bedanken uns ganz herzlich beim Rosengartenteam. Kylar ist gut zuhause angekommen. Danke

Zu guter Letzt gibt es eine Gedenkseite für Kylar, die ich euch hier verlinke.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und hoffe einfach, dass egal wie unangenehm dieses Thema ist, Ihr euch damit auseinander setzt. Tick Tack, das ist eure Lebensuhr und wisst nie wann sie kaputt geht oder einfach aufhört zu schlagen. Denkt an eure Familien und plant vor, genießt jeden Tag bewusster und verschwendet eure Zeit mit schönen Dingen.

Liebe Grüße und nasse Küsse

Eva und Kuma

7 thoughts on “Beerdigung des eigenen Hundes”

  1. Wie immer schön geschrieben Eva ❤️
    Du kannst das in Worte fassen, was viele denken und noch viel mehr.
    Sowas reißt einem schier aus dem eigenen Leben. Nichts ist mehr das was es mal war, der kaffe morgens schmeckt nicht mehr, die Sonne scheint anders, der Regen hört sich anders an, man bekommt einen neuen Sinn, auch wenn vieles keinen Sinn mehr zu machen scheint. Man sieht das Leben wie es danach ist einfach mit anderen Augen. Egal ob Mensch oder Tier, umso schöner ist es zu wissen, dass wir sie trotzdem immer bei uns haben werden..

    Liebe Grüße
    Mandy

    1. Danke Mandy und das kann ich nur zurückgeben, sehr schön geschrieben. Ja das Leben verändert sich schlagartig. So wie es mit Kylar war, wird es nie wieder mit Kuma. Einerseit finde ich das schön, andererseits auch sehr traurig. Man wünscht sich irgendwo immer den Punkt zurück an dem man einmal war. Zu mindest geht es mir sehr häufig so und ich schwelge in Tagträumen.

      1. Liebe Eva,
        ja das kann ich nur zu gut verstehen. Jedoch lernt man dann den Moment zu genießen und dankbar für die kleinen Dinge im Leben oder im Alltag zu sein, weil man dadurch immer wieder sieht, wie schnell es einem weggenommen werden kann.
        Niemand kann jemanden ersetzen, aber ich denke es macht es um einiges leichter jemanden zu haben der einen ein wenig von seinen Gedanken ablenkt und diese positiv stimmt, denn nur das ist es was uns in dem Moment weiter bringt.

        Liebe Grüße

        Mandy

  2. Hallo Eva,

    Louni ist jetzt 13 und im Großen und Ganzen auch recht fit. Dennoch habe ich mir schon vor einiger Zeit bei meiner Tierärztin Prospekte mitgeben lassen von Unternehmen, die sich um das Danach kümmern, weil ich weiß, dass irgendwann der Tag kommt und ich nicht völig unvorbereitet sein möchte. Angerufen habe ich aber bei noch keinem… das schiebe ich so vor mich her. Ich weiß aber definitiv, dass meine Hunde verbrannt werden und in eine Urne kommen. Denn solange ich kein eigenes Haus mit Garten habe, wüsste ich nicht, wohin mit den Überresten. Also werde ich wohl die Urne solange aufbewahren bis ich einen Platz finde.

    1. Ja das Ding mit dem eigenen Garten… dieses Gefühl hatte ich auch, Kylar sollte nicht bei meinen Eltern begraben liegen oder in irgend einem anderen Garten der nicht für sehr lange Zeit für mich begehbar ist. Also bleibt er bei uns, dieses Gefühl nicht anrufen zu können, ist schrecklich und ich wünsche dir ganz viel Kraft, schon im vorhinein ein paar kleine Details zu klären. Denn wenn der Moment kommt, ist man Ohnmächtig von den Gefühlen und entscheidet sich vielleicht anders als, wenn mann wirklich Zeit gehabt hätte.

  3. Ein berührender Beitrag und sicher auch ein wichtiger. Wir mussten schon einige Familienangehörige verabschieden und auch drei unserer Vierbeiner. Daher ist bei uns eine Auseinandersetzung mit dem Tod und auch dem „Danach“ mehrfach erfolgt und wir haben für uns einen gangbaren Weg gefunden.
    Ich kann verstehen, dass manche sich nicht damit beschäftigen wollen. Über eine Beerdigung, Einäscherung oder ähnliches nachzudenken bedeutet sich auch mit dem Verlust zu beschäftigen. Auch wenn jeder von uns sich darüber im Klaren ist, dass solche Momente sich nicht vermeiden lassen – man hat doch das Gefühl, wenn man nicht darüber nachdenkt, dann ist das alles auch noch weit weg und unwirklich.
    Jeder kann nur für sich entscheiden – aber es ist leichter, wenn man sich schon Gedanken gemacht hat … ist dies nicht der Fall kann man in seiner Trauer oft nicht die richtige Entscheidung treffen.

    Wir haben uns bei unseren Hunden auch für eine Einäscherung entschieden und wir haben die Asche bei allen im Rosengarten des Krematoriums verstreut. Wir konnten uns nicht vorstellen die Urne bei uns zu behalten und wir wollten sie auch nicht begraben. Im Nachhinein eine gute Entscheidung – wir sind in den letzten 15 Jahren umgezogen und haben die Häuser verkauft. So bleibt uns die Erinnerung an den Rosengarten … und nicht der Gedanke daran, ob die neuen Hausbesitzer beim Umgestalten des Gartens die Ruhe stören.
    Wir haben aber ganz konsequent auch innerhalb der Familie für uns Menschen entschieden, wer welche Art der Bestattung möchte – damit nicht auch noch diese Entscheidung im Trauerfall auf die Hinterbliebenen zukommt.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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