Hunde klären das unter sich

Hunde klären das unter sich….

Dieser Aberglaube ist leider weit verbreitet und wir haben auch lange Zeit daran geglaubt. Jeder  Ersthundebesitzer wird so zugetextet auf diversen Hundewiesen und schwups denkt man „Ach die haben alle schon lange Hunde, die wissen was Sie tun.“

Klären Hunde das wirklich unter sich? Sind die ganzen Handtaschenhundefrauchens alles übertrieben Übermutti´s ? Sollte ich meinen Hund mal machen lassen?

Auf diese Fragen will ich euch heute mal eine Antwort geben.

Warum ist es soweit verbreitet das es Hunde unter sich klären?

Häufig wird ja argumentiert, das sie nur einmal die Rangordnung klären müssen, dann wäre alles gut. Fakt ist, Hunde die nicht zusammen Leben, keine Gruppe bilden und sich gegebenenfalls  sogar zum ersten mal sehen, können keine Rangordnung klären. Denn für einen „Rang“ braucht man auch ein Rudel.

So nun stellen wir uns einmal vor, nur weil wir auf den Weihnachtsmarkt gehen, gehören wir noch lang keiner Weihnachtsmarktgäng an und wir werden bestimmt auch nicht auf jeden Hören der zu uns spricht und meint er wäre der Boss. Im Normalfall würden wir uns einfach Umdrehen und gehen, weil uns das zu affig wäre. Anders wenn wir in einer Arbeitsgemeinschaft sind, egal ob Gruppenarbeit oder der gute Bürojob. Gibt es da Meinungsverschiedenheiten, geben wir uns Mühe diese aus der Welt zu schaffen, denn wir wollen uns in dieser Gruppe wohlfühlen. Warum sollte es bei unseren Hunden anders sein, was haben sie davon wildfremden zu gehorchen und ihnen einen Rang zu zusprechen? Also ich höre nicht auf den Weihnachtsmann, solange das Zipfelmützchen nicht bei mir Zuhause hockt.

Also die Tese das Hunde eine Rangordnung haben, sobald sie sich treffen würde ich mal bezweifeln. Dazu kommt noch das es sogar Studien darüber gibt, das Straßenhunde in Gruppen leben, die nicht klar definiert sind im Rang. Würde es wie bei den Wölfen sein, dürfte sich immer nur eine Hündin und ein Rüde Paaren, was nicht der fall ist. Es ist kein Familienverband. Also gehen wir doch von diesem Rangordnungsgerede einmal weg.

Nur mal so neben bei, ist euch schon mal aufgefallen, das die selben Hundehalter die von Rangordnung sprechen und Rudelboss sein wollen, ihre Hunde machen lassen? Irgendwie ja unsinnig, denn ein Rudelführer, sorgt für Ruhe, er möchte keinen Streit oder Stress in seinem Gruppenverband. Es sind übrigens nicht die stärksten Tiere, sondern die Tiere die am verlässtlichsten Handeln, die gute Führungsqualitäten haben und dem Rudel Sichherheit bieten, mit ihren Entscheidungen. So ist es häufig sogar eine Hündin.

Also welchen Grund gibt es die Hunde machen zu lassen?

Ist mein Hund grundsätzlich einfach nur unhöfflich und wird von einem anderen Hund in die Schranken gewiesen, dann lasse ich das zu. Denn jeder hat das Recht mal zu sagen „Bis hier hin aber keinen Schritt weiter.“ ist dann die Situation nicht geklärt, dann schreite ich ein. Denn entweder hat mein Hund zu lernen, das wenn ein anderer Hund seine Meinung vertritt, man aufhören muss und es Zeit für Respekt ist oder der andere Hund hat zu lernen, das einmal sagen völlig ausreichend ist. Also springe ich zwischen jede Hündische Kommunikation. NEIN, denn Hunde müssen und sollen mit einander Kommunizieren, aber sie müssen es nicht bis zum ende aus diskutieren und zu den Waffen greifen.

Ich sehe mich eher als eine Art Vermittler, der Streitschlichter und wie es sich für einen Streitschlichter gehört bin ich unparteisich. Mein Hund kann genauso Schuld haben wie der andere Hund und ich muss nicht nur meinen anschauen, sondern auch den anderen und leider ist es so, das man ab und an nicht nur seinen Hund schützen muss sondern vielleicht sogar den anderen und seinem eigenen klar macht „Hey so geht das aber nicht.“

Vergleichbar ist die Situation mit einem Rempler im Kaufhaus. Schön ich wurde angerempelt. Entschuldigt sich die Person bei mir, bin ich friedlich und denke, Mensch kann ja jedem mal passieren. Kommt da aber nichts und ich merke das war mit voller Absicht, sag ich meine Meinung dazu und nun kann die Gegnerische Partei ganz unterschiedlich reagieren. A sie könnte sich entschuldigen und es sein lassen, dann ist ja alles geklärt oder B sie hat einfach keinen Respekt und blafft zurück, wird vielleicht sogar Körperlich und es enden in einem wilden gerangel und je nach dem wie wild es ist, gibt es vielleicht sogar eine Schlägerei.

Und genau an diesem Punkt muss man einschreiten. Ist Variante B die Option die gewählt wird, kann es schnell sehr sehr böse enden und da wird nichts unter sich geklärt.

Und jetzt werden wir das ganze noch mal verschärfen. Nun stellt euch vor, ihr seit noch ein Kind und werdet gerempelt von einem Erwachsenen. Ihr erdreistet euch, etwas zu sagen und was ist das Fazit? Der Erwachse könnte es einsehen und sagen okay hast recht, er könnte aber auch eine trachtprügel verteilen.

Und hier sind wir am springen Punkt. Keiner von uns würde mit Klitschko in den Ring steigen um eine Streitigkeit aus der Welt zu schaffen, aber von einem Chiuchua wird es erwartet? Also mal im Ernst, es hat nichts mit Tussi zu tun, wenn Jemand seinen kleinen Hund verteidigt, wenn ein großer Hund viel zu schnell auf den kleinen zu rennt und Verletzungsgefahr besteht. Hier bin ich natürlich nicht für das Hochheben, sondern wie bei den großen Hunden auch, das abblocken. Aber meinen kleinen Hund, mit einem großen Hund, das klären lassen, kann tödlich für meinen Hund ausgehen.

Und ich als Hundbesitzerin, bin in der Pflicht darauf zu achten das mein Hund keinem anderen Hund etwas antut. Egal wie die Größe ist und glaubt mir, es gibt immer einen der Größer ist!

Das ganze hat für mich nicht das Ziel das, Kleine Hunde keinen Kontakt zu großen Hunden haben dürfen, das ist Quatsch, das zusammenleben kann wunderbar harmonieren. Hier kommt es einfach auf das miteinander an, der größere Hund muss einfach Vorsichtig sein und seine Grenzen kennen. Kylars beste Freundin war eine kleine Mischlingshündin, die richtig Feuer im Hinter hatte und unter ihm durch passte. Aber die Zwei hatten immer viel Spaß gemeinsam, das lag aber daran das beide gleich Unhöfflich waren. Bodycheck im Flug war für sie kein Hinderniss, das Fräulein, nahm anlauf und sprang Kylar komplett an, um dann zurück gerempelt zu werden. Ein sehr ausgiebiges und wildes Spiel. Kuma´s Spielkameradin ist eine Französische Bulldogge und die beiden toben herlich. Trotzdem bin ich immer darauf bedacht, das Kuma lernt mit kleineren Lebewesen behutsam um zugehen und ich bin sehr froh darüber, das unsere Hundesitterin das genauso sieht.

Klein und Groß ist kein Hinderniss, aber ein Grund mehr auf zu passen. Lass eure Hunde nicht alles selber klären, denn es wird der Tag kommen, da wird er etwas klären, was ihr nicht wollt und es wird nicht so Enden, wie ihr es euch erhofft. Wundert euch nicht, wenn eure Hunde gelernt haben sich zu verteidigen und dadurch lieber direkt im Angriffsmodus durch die Welt laufen. Schreitet vorher ein und zeigt ihnen, wie toll es ist euch zu vertrauen.

Spielen eure Hunde Größen unterschiedlich? Lasst ihr sie einfach klären oder klärt ihr? Seht ihr das vielleicht ganz anders?

Liebe Grüße und nasse Küsse

Eva und Kuma

2 thoughts on “Hunde klären das unter sich”

  1. Gut geschriebener Artikel, den ich genauso sehe. Wir haben hier auf dem Hof 2 Hunde. Einen Schäferhund-Husky Mix und einen kleineren Mix. Die kleinere ist ein Wirbelwind hoch fünf, während mein Schäferhund-Husky-Mix (Tierheimhund) nach 1 1/4 Jahren eher der ruhigere Part ist. Wir leben zwar alle auf einem Grundstück, die Hunde sind aber in getrennten Familien. Es kann beim Spielen hoch her gehen, wie z.B. Känguruhboxen, umwerfen, um die Wette rasen etc. Wenn allerdings nicht aufgehört wird zu piesacken, wenn die andere Partei einen Quietscher los lässt oder der andere knurrt gehen wir dazwischen. Denn dann hat der jeweils andere ja die Ansage gemacht: He stopp mal, das geht mir zu weit.

  2. Wenn mir vorkommt das passt nicht ganz, beobachte ich die Hunde genau und bevor es zu weit geht schreite ich ein. Odin ist halt gerade anfangs recht stürmisch und da kommt es schon mal vor, das der andere Hund eine Ansage macht. Ist auch völlig okay. Wenn ich merke das der andere Hund zu unsicher ist um meinem Riesen die Meinung zu sagen, mach ich das. Mit ganz kleinen Hunden lass ich ihn nicht spielen, weil er oft nicht aufpasst wo er hintritt und ich immer Angst habe, dass er einem kleinen Hund ins Kreuz treten könnte. Da kenn ich eine unschöne Geschichte mit einem Schäfer und einem Malteser.
    Odin hat einen Raufkumpel, wenn die Spielen das klingt als ob sie sich gegenseitig zerfetzen würden, aber sie genießen es beide.
    Liebe Grüße,
    Julia und Odin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.