So orientiert sich dein Hund an dir

So orientiert sich dein Hund an dir

Wir biegen rechts ab und unser kleiner Mann läuft an der Kreuzung zielstrebig nach links. Dabei erinnert mich Kuma immer an mich selbst. Ich ziehe ständig an Türen auf denen drücken steht. Er bekommt schon den richtigen Hinweis und dennoch entscheidet er sich für den anderen Weg.

Solche Situationen treten im Alltag ständig auf. So vergisst Euer Hund seine guten Manieren, weil alles so spannend ist, zieht an der Leine und ist gar nicht ansprechbar.

Oder durch eine leckere Duftspur hängt sein Gehirn auf dem Asphalt und seine Nase ist Magnetisch mit dem Boden verbunden.

Ablenkungen gibt es genug und überall. Eine ablenkungsfreie Zone gibt es nicht. Unser Zuhause ist ablenkungsarm aber auch da kann einen schnell ein piepender Rauchmelder aus der Fassung bringen.

Doch wie schaffe ich es, das sich mein Hund an mir orientiert.

Das egal welche Situation aufkommt, er lieber meine Seite sucht als nach vorne zu präschen.

Oft hört man „Du musst der Rudelfüherer sein“ doch geht das überhaupt? Und was bedeutet das?

Um ein Rudelfüherer sein zu können, bräuchte man ein Rudel. Wir können aber kein Rudel mit unseren Hunden bilden. Den zur Rudelbildung gehört der sexuelleakt – die gemeinsame Fortpflanzung. Gut das hab ich sicherlich nicht. Aber was sind wir dann? Wir sind eine Gemeinschaft! Und ob das eine Partnerschaftliche oder eine Diktatorische Gemeinschaft ist liegt auch an uns.

Und darauf baut es auch auf. Wenn ich möchte das mein Hund Dinge klärt. „Wir das klären Sie schon unter sich“ dann darf ich auch nicht von ihm erwarten das er bei der nächsten Hundebegegnung versteht das er bei mir bleiben soll und nicht klären brauch. Ähnliches gilt für Jagdverhalten oder ziehen an der Leine.

Wollen wir also ein Zusammenleben bei dem sich der Hund an einem Orientiert müssen wir Führung übernehmen. Ansonsten hat er nichts an dem er sich orientieren kann.

Doch was genau heißt es Führung zu übernehmen. Ihr könnt nun alles was euer Hund falsch macht verbieten und bestrafen. Ihr könntet aber auch alles richtige belohnen, ihr könnt nur Dinge machen die euch Spaß machen oder eben auch Dinge die ihm Spaß machen. Und wenn er mal keine Lust hat, dann wird er dennoch dazu gezwungen. Und genau hier sehe ich eigentlich alles begraben.

Warum sollte euer Hund nicht rebellieren wenn er immer nur das zu tun hat was ihr wollt? Aufstand – Rebellion und Machtergreifung sind fast vorprogrammiert, einfach durch eine zu hohe Frustration. Das selbe gilt für – ich lasse meinen Hund machen was er will. – der Größenwahn wird ihn schnell dazu bringen, euch regeln auf erlegen zu wollen.

Die perfekte Mischung macht es.

Gebt ein Grundgerüst aus Regeln vor. An das ihr euch haltet und an das sich auch euer Hund halten muss. Innerhalb dieser Regeln darf er sich frei entfalten.

Verteilt Aufgaben. Wer von euch kümmert sich um was? Ist euer Hund dafür zuständig Besuch oder Eindringlinge anzuzeigen oder ist er euer Jagdbegleiter der Spuren erarbeitet. Welche Aufgabe ist seine?

Und dann werdet euch darüber im Klaren, das nicht nur eure Interessen zählen, sondern auch die eures Hundes.

Ein Beispiel aus unserem Alltag.

Regel: Kuma darf nicht weiter als 10m von uns weg laufen.

Aufgabe: Kuma zeigt uns Wildtiere, Spaziergänger und andere Hunde an. (In dem er stehen bleibt und in die Richtung guckt)

Aufgabe: Frauchen oder Herrchen entscheiden was wir dann machen. Spielen, verfolgen, ignorieren

Bedürfnis: Kuma’s Bedürfnisse mit einbeziehen. Nur weil ich es toll finden würde das er einen Kumpel zum Spielen findet. Braucht Kuma das noch lange nicht. Und nur weil er jagen will muss ich das Bedürfnis nicht mit einbeziehen.

Wenn ihr euren Hund in den Situationen anleitet und er weis was er zu tun hat. Seit Ihr ein Fels in der Brandung. Dann wird er sich auch überall anders an euch orientieren. Denn er weis ich werdet es klären und auch zu seinen Gunsten entscheiden. Und wer nun denkt Hunde können nicht erfassen ob Entscheidungen ungerecht waren. Der liegt weit daneben. Bekommt ein Hund in einem Training mehr Leckerchen als der andere. So konnte man feststellen das der Hund der weniger Belohnt wurde, auch weniger Leistung erbracht hat. Nur weil er sich ungerecht behandelt gefühlt hat.

Genau aus diesem Grund probiere ich immer eine gute und gerechte Führung für Kuma zu bieten. Dazu muss ich vor allem an mir arbeiten und die richtigen Dinge bestätigen.

Wie sieht euer Alltag aus?

Liebe Grüße und nasse Küsse

Eva und Kuma

1 thought on “So orientiert sich dein Hund an dir”

  1. Hallo Eva! 🙂

    Wiedermal ein ganz toller Beitrag! 🙂 Ich beschäftige mich gerade ganz intensiv mit dem Thema „Flummi verstehen“ und tu‘ mir dementsprechend schwer, ihre Vorlieben und Interessen zu erkennen. Hast du da vielleicht auch noch Tipps, wie man seinen Hund „verstehen“ kann? Ich denke, dass man nur durch das Verstehen, ein so gutes Zusammenleben, wie du es beschreibst, erreichen kann! 🙂
    Ich freue mich auf deine Tipps und deine Meinung! <3
    Ganz liebe Grüße,
    Kerstin & Flummi

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