Vorverurteilt: Hilfe ich bin ein Husky

„Muss der nicht Ziehen?“

Diese Frage find ich sowas von seltsam. Ich hab noch nie erlebt, dass das ein Mopsbesitzer  oder ein Besitzer eines Deutscher Schäferhundes gefragt wurde.

Ja, wir haben einen Husky und ja, die werden für den Zugsport genutzt, aber die sollen einem doch nicht den Arm abreißen, geschweige denn einen Rückenschaden hervorrufen.

Ich kenne keinen Hundebesitzer, der freudestrahlend über die Hundewiese gezogen wird und den anderen zuwinkt, während der zweite Arm als Verlängerung der Leine gilt und er in den Seilen hängt, als würde ein Orkan von vorne wehen.

Warum sollte ich mich also über die Wiese ziehen lassen? Ich bin verwirrt.

Manchmal hab ich das Gefühl, dass man als Huskybesitzer einerseits Narrenfreiheit besitzt und andererseits ständig als der Böse da steht. Ein Beispiel aus unserem Alltag.

Kylar und ich gehen spazieren. Er läuft an der Schleppleine und wie der Name Schleppleine schon sagt, sie schleppt auf dem Boden hinter ihm her. Uns kommt ein anderer Hund entgegen, der Besitzer wird panisch, ruft seinen Hund zu sich und schreit mir hysterisch zu, „fangen Sie Ihren Hund ein!“

Gut nun stehen wir da. Keine Frage, natürlich gehört mein Hund zu mir, wenn der andere angeleint wird oder abgerufen wurde, aber warum sollte ich ihn einfangen? Ich muss doch nicht hinter ihm her rennen. Also ruf ich Kylar zu mir, er dreht um und ohne, dass ich die Leine auch nur berührt hab, steht er wie eine Eins neben mir.

Hier treffen direkt zwei Vorurteile auf einmal auf uns:

  1. Huskys sind böse. Ich kann dazu nur sagen, dass Huskys stürmischer im Spielen sind und ich noch keinen „Bösen“ Husky getroffen hab.
  2. Huskys hören nicht und sind nicht erziehbar. Ja, ein Husky will eher mal mit dem Kopf durch die Wand und er himmelt einen auch nicht unbedingt an, aber er liebt es Beschäftigt zu werden und wenn er hinter Aufgaben einen Nutzen sieht, dann macht er es auch. Mit Geduld und Strenge bekommt man auch einen Husky hin.

Und jetzt wird sich gefragt, was das mit dem Thema Narrenfreiheit zu tun hat. Wenn ich mit einem Husky irgendwo auftauche, ist es so, dass die Menschen keine Erziehung erwarten und so kommt es, dass sich viele Besitzer eines Huskys mit den Worten raus reden, das ist ein Husky, der ist nicht erziehbar. Also hat man Narrenfreiheit, man fördert ein Vorurteil, weil man selber lieber faul ist. Warum ist man dann der Böse? Genau aus demselben Grund. Die wenigen Huskys, die man trifft, sind meistens nicht erzogen. Also was lernen andere Hundehalter daraus? Der Husky ist böse und die Besitzer sind uneinsichtig, wollen den Hund nicht erziehen.

Mein Fazit zu dem Ganzen, auch der Husky ist NUR ein Hund.

Kennt Ihr auch ausreden warum ein Hund nicht erzogen ist? Würde mich sehr interessieren was für Erfahrungen Ihr so gemacht habt.

Und nur mal so nebenbei Kylar kann mit knapp einem Jahr:

-Sitz

-Sitz für Fortgeschrittene auf Distanz und mir Rückruf, auch aus der Bewegung

-Platz

-Platz für Fortgeschrittene

-Fuß

-Pfötchen rechts und links

-Hi5

-Dreh dich

-Knicks auch bekannt unter Diener

-Winken

-Männchen

-Drunter (unter Gegenständen durch gehen)

-Hop (auf Gegenstände springen oder darüber)

-Nein

-Peng

– Apportieren (Hund und Herrchen wissen wo das Gesuchte Objekt ist)

– Voran (Herrchen weiß wo das Gesuchte Objekt ist, Hund verlässt sich auf Anweisungen um Gesuchtes Objekt zu finden und zu Apportieren)

– Such (weder Herrchen noch Hund wissen wo das Objekt ist und Hund muss eigenständig das Objekt finden und Apportieren)

Gerade bei den Apportierübungen sind wir noch in der Trainingsphase, aber das kennt Ihr ja auch alle, die Trainingsphase verlässt man doch nie im ganzen Hundeleben.

Was kann euer Hund schon alles? Habt ihr Pläne für die Zukunft?

Wo ich mich persönlich sehr wieder gefunden hab, ist die Seite: http://www.hundeschule-kuehl.de/gedanken.html Simone Kühl nimmt in Ihrem PDF Siberian Husky, das gleiche Thema unter die Lupe. Schaut doch mal rein, auch über andere Rassen gibt´s dort noch tolles zu lesen.

Liebe Grüße

Eure Eva und Kylar

13 thoughts on “Vorverurteilt: Hilfe ich bin ein Husky”

  1. Hallo Eva, Hallo Kylar,

    ich musste beim lesen sehr lachen. Ich habe mir den Hundebesitzer, der wie eine Wetterfahne an Ende der Leine hängt und lächelt , bildlich vorgestellt. Scheinbar ist/war mein kleiner Spanischer Bodegueromix in seinem vorherigen Leben ein Husky. Es hat sich zwar schon sehr gebessert, aber ab und zu kommt das noch durch. Unser Klaus ist seit dem letzten Sommer bei uns. Das große Ziel ist, irgendwann die Begleithundeprüfung bestehen. Die Kommandos Sitz, Platz (außer der Boden ist nass…), Pfötchen geben und high five klappen schon ganz gut. Peng üben wir gerade.

    Viele Grüße
    Christin und Klaus

    1. Huhu Christin, Huhu Klaus,

      Schön das ich dich zum Lachen brachen konnte.
      Ich kann mir Klaus gerade vorstellen, wie er dich ansieht wenn der Boden nass ist. Wenn Kylar meint die Aufgabe wir vom Herrchen oder Frauchen falsch gewählt. Schüttelt er immer den Kopf, als würde er laut NEIN NEIN NEIN rufen. Bei Klaus stelle ich mir eher so einen ironischen Blick vor.
      Wir arbeiten gerade auch an der Begleithundeprüfung und es ist schon spannend was man alles so beibringen kann. Welchen Elan unsere Vierbeiner dabei haben.

      Ich hab mich sehr gefreut über deinen Kommentar.

      Liebe Grüße und Nasse Küsse

      Eva und Kylar

  2. Sehr schöner Bericht.

    Ich kenne solche Situationen nur zu Gut. Wir haben einen Border Collie Rüden 15 Monate und eine Australian Shepherd Mix Hündin 7 Monate… aus allen Ecken hört man “ Oh die müssen ja viel Beschäftigt werden…“ oder “ da habt ihr euch ja anstrengende Hunde ausgesucht…“ und wieder andere sagen “ die müssen doch von Welpen an Viel Ausgepowert werden…“.
    Nein müssen sie nicht. Zu allererst lernen diese Hunde Ruhe und Entspannung. Auch dann brauchen diese Hunde keinen vollen Kalender wo jeder Tag fest verplant ist. Meinen Hunden reicht es wenn ich regelmäßig mit viel Spiel, Spaß und paar Trainingseinheiten Gassi gehe und ein Bis zweimal die Woche die Hundeschule besuche. Ab diesen Monat geht der große zum Agility und die kleine nächstes Jahr.
    Würde ich jetzt schon immer mehr von ihnen wollen, würden sie immer mehr und mehr verlangen. So Züchtet man sich selber Border Collies heran die man dann wegen überforderung abgibt. Nein danke…

    Sprich das Vorurteil welches Border Collies und Australian Shepherd mit sich tragen ist das diese Hunde Anstrengend, ununterbrochen Ausgepowert werden müssen und nie zur ruhe kommen.

    Was mein Großer schon kann: Sitz, Sitz aus Distanz, Platz, Platz aus Distanz, Warte, Warte aus Distanz (muss warten bis ich bei ihm bin), Bleib, Bleib auf Distanz, Steh, Hier, Bring, Komm, Bei mir, Tag und Tschüss(beide Pfoten geben), Cross(Slalom um die Beine), Fuß, Männchen, Mensch(aus Hinterbeinen), Guckguck, Verbeug dich/Verbeugen, Rolle, Nein, Aus, Jetzt(darf erst bei dem Kommando Fressen), Nimm, Lauf (rum laufen ohne leine), Schluss und Pause

    Was die Kleine schon kann: Sitz, Platz, Jetzt, Warte, Bleib, Still(wenn ich Leckerlies auf ihre Schnauze lege), Jetzt, Hier, Komm, Bei mir, Lauf, Schluss und Pause

    Ich habe bestimmt noch paar Kommandos vergessen da jedes einzelne eine andere Bedeutung hat.

    1. Hui was deine zwei schon alles können. Da steckt viel Arbeit und liebe da hinter.
      Ich musste gerade so schmunzeln, genau diese Dinge hört man an jeder Ecke von Australian Shepherd und Collie.
      Ich finde das so interessant, das so viele Probleme Hausgemacht sind. Keiner von uns kommt als Leistungssportler auf die Welt aber man kann jeden dahin bringen. Der eine wird es dann auf seiner Genetik leichter haben als der andere aber keiner ist das was er ist von Anfang an.
      Und du hast vollkommen recht, die meisten Hunde werden wegen Überforderung abgegeben. Wenn man im Tierheim schaut sind es gerade Pubertäre Hunde, die völlig hoch drehen.
      Hab übrigens letzte Woche probiert mir Kylar Roller zu fahren, Fazit er hat mich angeguckt als wäre ich dumm. So nach dem Motto: Mensch Frauchen ich will lieber schnüffeln und ein tolles Suchspiele und du willst doch nicht den Muskelkater.
      Will es noch ein wenig testen vielleicht haben wir ja Anfangs Schwierigkeiten.
      Dann üben wir lieber weiter und gucken mal ob wir bald so viel können wie du.
      Liebe Grüße

  3. Zum Thema Vorurteile kann ich ein Lied singen. Warum? Ich habe einen Malinois.

    Hoch intelligent und folgsam, aber eben kein Labrador der jeden Mensch und Hund sofort mit Begeisterung begrüßt. Mein Hund sucht sich selbst aus wen sie mag und mit welchen Hunden sie spielen will. Und sie mag es gar nicht wenn fremde Leute sie antatschen. Natürlich lässt sie sich anfassen aber bei zu viel getätschel und klopfen und was man halt so gerne macht, sieht man ihr an dass sie lieber weg will.
    Verständlich oder? Ich mag auch nicht alle Menschen, wieso sollte mein Hund das müssen?

    Also Vorurteil: Malinois sind bissig und gefährlich und sollten am besten nur mit Maulkorb unterwegs sein, besser wäre aber daheim im Zwinger lassen…

    Dass diese Hunde einfach mehr Trieb in sich haben als andere streitet ja niemand ab. Aber gefährlich? Wäre mir jetzt nicht aufgefallen.

    Übrigens durfte sie beim Welpenkurs nicht mit den anderen spielen weil sie angeblich viel zu dominant ist. Tatsache ist aber, 12 Welpen auf einen Haufen waren ihr zu viel. Dann kam noch der böse böse Husky (haha) der eben wie gesagt stürmischer spielt und schon sah es aus als würde meine raufen. Dass sie eigentlich nur Angst hatte und weg wollte war egal..
    Böser Malinois, noch schlimmer als diese bösen Huskys.

    Ach ja und wenn meine mit ihren 7 Monaten schon brav Fuß läuft ist das ja selbstverständlich, ist doch ein Schäfer, der kann das ja eh. Der ungarische Mix kann noch nicht mal Sitz, aber der muss auch nicht.

    1. Ich lach mich hier gerade weg.
      Es hört sich wirklich total gefährlich an euch im Wald zu begegnen. Das dabei nicht schon eine ganze Hand gefressen wurde, weil deine Maus nicht im Zwinger sitzt ist ja ein Wunder -Ironie off-
      Mir tut das für die Hunde so leid. Jeder muss ständig fremde Hunde angrabschen und jeder Hund der mal zeigt das es ihm zu viel ist oder der anders spielt (solange es ein Spiel ist) ist direkt Böse. Aber eigentlich sind es immer die Besitzer die es nicht schaffen Ihren Hund zu lesen.
      Kylar zum Beispiel jagt gerne kleine Hunde. Er tut ihnen nix aber sieht sie einfach als Spielbeute und wenn ich das doch weiß muss ich meine Hund nicht mit kleinen Hunden toben lassen. Sobald Kylar anfängt kleine Hunde zu hetzten ruf ich ihn zurück. Aber auch das mussten wir erst lernen. Wobei manch ein Besitzer mich dann doof an macht warum ich meinen Hund zurück rufe. Sein kleiner hätte doch gerade so einen Spaß gehabt.
      Solche Menschen bringen Ihrem Hund nix bei und verstehen auch deren Körpersprache nicht im Ansatz. Ich möchte gar nicht davon sprechen wie viel wissen mir noch fehlt und bin froh das ich lerne meinen Hund zu lesen.
      Tatsächlich ist es so, dass du stolz sein darfst, das dein Hund toll bei Fuß läuft und durch dich einen Halter hat der sich Bemüht die Situationen für den Hund auch angenehm zu machen.
      Danke für deinen tollen Kommentar. Lass dich nicht unterkriegen, bleib was besonderes und gerne der Außenseiter.
      Es scheint ja richtig viele Vorurteile bei den verschiedensten Rassen zu geben.
      Liebe Grüße und nasse Küsse
      Eva und Kylar

  4. Liebe Eva,
    ich verfolge deinen Blog schon eine Weile und finde ihn besser als manche Hundetrainer Tipps, da dein Blog genau das bescheibt wie es uns jeden Tag geht und dadurch ist er einfach echt. Ich muss jedes Mal über deine lustigen Wortspiele oder Erfahrungen Lächeln, wie du sie beschreibst.
    Ich habe mit meinem Freund auch (für uns beide) unseren ersten Hund und er ist ein knapp über 1 Jahr alter husky, durch deinen Blog konnte ich mir viele Tipps holen und es hat mir gezeigt, wie wichtig verbale und non-verbale Kommunikation zwischen und und Besitzer sein können, dass wenn der Hund etwas „falsch“ macht, es einfach an unserer falschen Herangehensweise lag. Du hast mir vil geholfen auf einer anderen Ebene mit ihm zu kommunizieren und es hat das ganze Zusammenleben deutlich erleichtert, da man den Hund vorher einfach falsch gelesen hat. Vielen lieben Dank für deine tollen hilfreichen Tipps und bleib so wie du bist, dann das ist richtig toll und ich wünsche dir bzw euch viel Kraft für die nächste Zeit 💙🌈

    Viele herzliche Grüße aus dem Schwabenländle 🏞

    1. Liebe Mandy,

      Dein Text macht mich gerade sehr Glücklich. Manchmal hat man das Gefühl man schreibt für die Luft und dann kommen solche lieben Worte und man freut sich ein Loch in den Bauch. Es super das euer Zusammenleben durch uns besser geworden ist und ihr an euren Zielen arbeiten könnt. Das freut mich wirklich sehr. Und aus dem Schwabenländle. Wo wir nun auch sind 🤔 na was für ein Zufall. Vielleicht trifft man sich ja mal. Wer weiß. ☺️ bin gerne für euch da und nehme auch Themen wünsche gerne entgegen.

      Liebe Grüße

      Eva

      1. Liebe Eva,
        Das freut mich sehr und ich kann nur danke dafür sagen, dass du alles mit uns teilst.
        Ja Schwabenländle, genauer gesagt in weil der stadt bei Leonberg, ich bin aber auch nur dazu gezogen, wohne jetzt aber mittlerweile seit 10 Jahren hier (das hört sich lange an, bin aber erst 25 Jahre alt, wie man vielleicht am Namen hören kann 😆) Und komme eig aus der ganz anderen Richtung von Deutschland.
        Mich würde es sehr freuen wenn man sich mal treffen würde, ich bin immer froh wenn jemand der genau so denkt in der Nähe wohnt, da fühlt man sich zwischen den sehr eigenen Schwaben nicht so alleine 😃
        Das freut mich zu hören, wer weiß ob ich bald drauf zurück greifen werde 😊

        Liebe Grüße

        Mandy

        1. Huhu,

          nein bei Leonberg, ich glaub es nich ganz 20 Minuten von mir und wahrscheinlich bald meine neuer Arbeitsweg, na wir wären ja wirklich schön blöd wenn wir uns nicht mal verabreden würden. Schreib mir doch einfach über das Kontaktformular mal deine Handynummer und ich melde mich bei Whatsapp bei dir und alters Technis sieht das doch auch prima aus. 🙂 würde mich freuen, liegt ganz in deiner Hand.

          liebe Grüße

          Eva

  5. Hallo,
    Sehr schöner Bericht 🙂
    Bei der Beschreibung mit dem über die Wiese gezerre, musste ich schmunzeln. So war es bei uns vor 2 Jahren leider, mit viel Geduld, Tränen der Verzweiflung und selbst Motivation ist es deutlich besser geworden.

    Ich hab eine Holländische Schäferhund Huskymix Hündin. Blue ist ein absolutes Powerpaket und wenn andere Hunde uns entgegen kommen quietscht sie immer wie verrückt, Vorfreude! Mir ist letztens jemand entgegen gekommen mit einem kleinen Hund und meinte ich sollte dem Hund doch lieber einen Maulkorb und ein Stachelhalsband anziehen, da sie zu gefährlich sei.
    Ich schmunzel immer über die tollen Kommentare der anderen Halter.

    Liebe Grüße Svenja und Blue 🙂

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