Was muss mein Welpe können ? Teil 1

Was muss mein Welpe können ? Teil 1

Wir arbeiten mit Kuma schon im Welpenalter und häufig kommt die Frage auf, “ Wie macht ihr das?“ es ist eine gute Frage und ich möchte in zwei Artikel dieser Frage auf den Grund gehen.

Im ersten -diesen- wird es darum gehen, was es für Grundregeln bei uns gibt und warum diese so wichtig sind, beim zweiten wird es um die ersten Kommandos gehen.

Warum sind Regeln schon im Welpenalter wichtig?

Wenn man Eltern fragt, ab wann Sie ihren Kindern die ersten Regeln bei bringen, egal ob es Gesellschaftliche oder andere Regeln sind, wird sehr schnell klar das es von Anfang an Regeln gibt, diese Wachsen natürlich mit dem Kind, doch bei den meisten Hundehaltern hat es sich so eingeschlichen, das der Welpe ja soooo niedlich aussieht und dann heißt es, er darf doch auch mal klein sein und die Zeit genießen. Das Problem an dieser Einstellung ist das was Fritzi nicht lernt, lernt Fritz nimmer mehr…

Gemeinsam schaffen wir alle Berge

Warum muss man es seinem Hund so unnötig schwer machen? als Welpe darf er alles und danach nichts mehr, warum ihm nicht direkt zeigen was in Ordnung ist und was definitiv niemals in Ordnung sein wird? Man denkt ja auch nicht darüber nach ob es für einen Okay ist das der Welpe die ersten Monate nicht stubenrein wird. Das soll er ja auch nicht genießen, da wird direkt vom ersten Tag an, dran gearbeitet. Aber vielleicht liegt es daran, dass es stinkt? oder daran das man ständig in eine Pfütze tritt, die da nicht sein müsste? Wie wir mit Kuma daran gearbeitet haben Stubenrein zu werden könnt Ihr in unserem Artikel …. nach lesen.

Also ja Kuma und Kylar hatten vom ersten Tag an Regeln, Regeln die Ihnen auch Sicherheit gegeben haben. Denn Sachen die sich nicht ändern geben Sicherheit, geben Stabilität und geben einem Vertrauen in das Verhalten von Personen.

Welche Voraussetzung gibt es für Regeln?

  • Regeln sollten bei jedem Einheitlich sein. Also alle die mit dem Hund zu tun haben, sollten die gleichen Regen befolgen.
  • Regeln sollten logisch/verständig sein. Eine Regel die für das Tier nicht klar und eindeutig ist. Kann es auch nicht verstehen.
  • Es muss immer die gleiche Reaktion auf nicht einhalten folgen. Sonst versteht der Hund auch nicht, wann er sie einhalten muss und wann nicht.

Nach diesen Voraussetzungen sollte man sich schon vor dem Einzug eines Hundes überlegen, was einem wichtig ist? Gerade Ersthundbesitzer, sind damit schnell überfordert. Deswegen gebe ich euch ein paar unserer Regeln und vielleicht haben ja noch ein paar alte Hasen auch tolle Tipps, dann ab damit in die Kommentare.

  1. Gefressen wird erst wenn es erlaubt ist.

Das bedeutet, dass unser Hund vor dem Fressen Sitz machen muss, ich möchte nicht das er mich quasi umschubst bevor ich den Napf abgestellt habe. Dabei hab ich schon vieles mit erlebt. Das Hunde solange ausgesperrt werden bis das Herrchen oder Frauchen die Tür öffnet und damit den Raketenschuss zum Fressen frei gibt. Wie ein Blitz rast der 30Kg schwere Labbi dann durch die Tür, rämpelt alles zu Seite was bei drei nicht auf die Küchenzeile gesprungen war und hat das Fressen auf bevor man abgestiegen ist. Ne so wollte ich das nie, vom ersten Tag an muss der Welpe ein Kurzes Sitz vor dem Essen machen und wenn es nur eine Sekunde hält und man es dann ausbauen kann. Hauptsache es kommt eine Grundlage rein.

  1. Aus der Wohnungstür geht man als Zweites

Jetzt höre ich schon den Aufschrei, meine Ohren klingeln gerade, nein er geht nicht als zweites weil wir denken er würde damit die Weltherrschaft an sich reißen. Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus und ich möchte einfach nicht, dass er den nächst besten Nachbarn über den Füße rennt. Dasselbe gilt unten an der Haustür, wir wollen auch da nicht, das er Passanten oder im schlimmsten Fall vor ein Auto kommt.

  1. Kauartikel werden auf der Decke gefressen

Da wir gerne auch mal Schweinerein zu fressen geben und unser Hund auch mit ins Büro kommt, ist es für uns wichtig, das die Leckereien auf der Decke verzehrt werden und nicht auf dem Teppich eine rote Blutspur gezogen wird. So hat es sich schnell ergeben, das Kylar einfach mit seinem Leckerchen immer auf seine Decke gerannt ist, auch Kuma macht das jetzt schon ganz fein.

Nach dem fressen kann man auch auf der Decke schlafen
  1. Es wird nicht Hoch gesprungen

Ich habe letzens einen schlauen Satz auf Facebook gelesen und muss diesen hier Zitieren “ Erziehe deinen Hund so als wäre er ein Bernadiner“ ich musste wirklich schmunzeln, denn bei kleinen Hunden findet man das niedlich wenn sie einen anspringen, spring ein Husky an einem Hoch ist das geschrei schnell groß und bei einem Bernadiner ist das geschrei erstickt =).

Also bei uns wird nicht an Möbeln hoch gesprungen oder sich aufgestellt, geschweige denn an Menschen.

  1. Bei Straßenüberquerungen machen wir Sitz am Bordstein

Für uns ein Wichtiger Punkt. So bürgert es sich auch beim Hund ein „nach rechts und links zu schauen“ anstatt stupide die Fahrbahn zu kreuzen. Dazu gibt es auch eine wunderbare Geschichte. Als Kylar meinte 3 Wildschweine zu verfolgen, hing mein Mann an der Schleppleine, anders als ich ist er nicht wie Supermann hinter dem Hund her geflogen, sondern blieb Standfest und die Biothanleine ist gerissen, der Hund samt Leine hinter 3 Wildschweinen her, quer durch den Wald in Richtung Hauptverkehrsstraße. Das war übrigens der Punkt an dem wir uns entschieden haben, ein Husky an der Schleppleine macht keinen Sinn, wir machen Antijagttraining. Aber mal davon abgesehen, alles Schreien, winken, pfeifen half nix, der Hund war weg. Gut also ging mein Mann wütend stapfend durch den Wald, in Richtung der Straße. Auf halben Weg traf er dann unseren Hund, in Begleitung einiger Gassifreunde. Bei der Frage wo sie Kylar nun gefunden hätten, erzählten sie das die drei Wildschweine die Fahrbahn gekreuzt hätten und unser Hund hätte sich hingesetzt und gewartet. So wütend wie wir waren, das er mit Vollgas den Schweinen hinterher gelaufen war, so verblüfft waren wir auch das er sich lieber an die Straße gesätz hat als über diese zu rennen. Versteh einer die Hunde.

  1. Bestimmte Zimmer sind Tabu

Bei uns darf der Hund nicht ins Schlafzimmer und das auch nicht als Welpe, das Zimmer ist Tabu, obwohl die Türe offen steht! Selbst mit der Überwachungskamera konnten wir Filmen, wie Kylar in unserer Abwesenheit in das Zimmer geguckt hat, es aber nicht betreten hat. Kuma testet gerade ein wenig, aber auch bei Ihm werde wir morgens wach und ein Hund sitz auf der Türschwelle und guckt einen an. Ganz nach dem Motto, na auch endlich wach. Es sieht echt zum schießen aus.

 

Was dürfen eure Hunde so gar nicht? Habt ihr es von Anfang an durch gezogen? oder musste erst etwas passieren das ihr etwas geändert habt?

Das würde mich wirklich interessieren.

Im nächsten Teil, werde ich euch erklären mit welchen Befehlen wir angefangen haben und warum.

Liebe Grüße und nasse Küsse

Eva und Kuma

8 thoughts on “Was muss mein Welpe können ? Teil 1”

  1. „Ist das Geschrei erstickt“ 😀 ja, das kenne ich.
    Bei uns lief das im Welpenalter alles ähnlich ab und natürlich auch jetzt. Nur das nicht an Menschen hochspringen wird von unserem fast 3 Jahre alten, 40kg schweren Trampel hin und wieder gern missachtet.
    Wobei mir wenns ums Fressen geht egal ist, ob er sitzt oder steht, Hauptsache er schaut mich an und fixiert nicht das Futter. Eine super Übung dafür ist, die Schüssel in die Hand zu nehmen, der Hund muss dich anschauen. Du senkst langsam die Schüssel, sobald der Hund zur Schüssel schielt geht diese wieder nach oben. Das geht so lange bis der Hund es schafft dich die ganze Zeit anzusehen, bis die Schüssel am Boden steht.
    Das mit den Leckereien nur auf der Decke hat Odin selbst eingeführt. Der hat da einen richtigen Tick Dinge nur auf einer Decke zu zerkauen. Gras ist auch ok.
    Viel Spaß beim gemeinsam die Welt erkunden.
    Julia und Odin

    1. Auch eine sehr interessante Übung. Na ob Kuma das schaffen kann. Er ist immer föllig aus dem Häuschen wenn es ums Essen geht. Er macht zwar alles was man will. Aber gerne mit stimmlicher Unterstützung 😂

      1. Wir haben es auch langsam angefangen. Also dass sich die Schüssel nur ein kleines Stück bewegt hat und wenn er sich erflogreich auf mich konzentriert hat, hat er es gleich bekommen. Als wir Odin bekommen haben, wollte er immer schon in die Schüssel klettern, bevor sie überhaupt am Boden stand und das Ganze auch lautstark…

  2. Sehr schöner Artikel 🙂

    Mein Hund darf nicht mit ins Badezimmer. Ich möchte zum Beispiel in der Wanne oder unter der Dusche nicht von Kulleraugen beobachtet werden 😀

    An der Straße lassen wir ihn auch immer erst Sitz machen. Uns ist das einfach wichtig.

    Liebe Grüße und eine Kuscheleinheit an die zwei süßen

  3. Wir haben Nele 3 1/2-jährig bekommen, daher hatten wir auf die Erziehung als Welpe keinen Einfluss. Aber gleich am ersten Wochenende hat sie „Stopp“ an der Straße gelernt. Also egal, ob ihr Spielzeug beim auf die Straße fliegt oder ich kurz auf die andere Seite gehe, sie wartet, bis sie gerufen wird. Erntet immer wieder bewundernde Blicke. War bisher nur blöd, als ich wg einer Stimmbandentzündung nicht sprechen konnte… 😉

    1. Oje, das mit der Stimmbandentzündung hört sich ja böse an. Habt ihr dafür auch ein Handzeichen? Wir probieren eigentlich jeden Befehl auch mit Handzeichen zu machen, selbst unser Okay hat eins^^, gerade wenn ich Telefoniere -Beruflich bedingt schon mal öfters- starrt er mich an und wartet auf ein Zeichen, kommt einfach dumm wenn man während des Telefonieren mit dem Kunden Sitz oder Platz oder Okay sagt ^^. Wobei bei manch einem Kunden würde ein klares NEIN so einiges lösen 🙂

      1. Ich habe irgendwann angefangen, mit der Hand dabei eine Bewegung zu machen- aber nie wirklich drüber nachgedacht. Nach anfänglichem verständnislosen Anschauen hat sie dann verstanden, dass die Handbewegung ausreicht als Kommando… da wird einem erst bewusst, dass man tatsächlich auch Handzeichen braucht.
        Und mit dem telefonieren… wenn der Kunde dann noch genauso gut hört, wie der Hund, dann wäre das ja ein Traum 😉

        1. Haha, in der Arztpraxis wo ich eine zeitlang gearbeitet hab, hat es wunderbar funktioniert, ein schwarfes Nein und man wurde verwundert angeschaut, aber es wurde alles stehen und liegen gelassen ^^. Meist musste ich dann etwas zurück rudern damit es wieder ein freundlicheres Miteinander war, Hundebesitzer haben einfach nur gelacht =)
          Ja so ist es bei uns gerade auch, ich habe gestern am Telefon alles nur mit Handbewegungen gemacht, wir haben ein komplettes Training durch gezogen ohne zu reden. Kuma war etwas verwirrt am Anfang, aber als er verstanden hat das wenn er mich ansieht etwas dafür bekommt. Lief es super. Normalerweise ist der Spaziergang ganz seine Zeit ohne Telefon. So haben wir es einfach Stumm gemacht und es war super.

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