Wie belohne ich meinen Hund richtig?

Wie belohne ich meinen Hund richtig?

Dabei sollte man sich fragen, was ist denn für meinen Hund eine gute Belohnung. Während ich bei Kylar eine Käseparty geschmissen habe, guckt mich Kuma dabei nur verständnislos an. So nach dem Motto, was soll denn der Quatsch jetzt.

Eine Belohnung ist nur dann eine Belohnung, wenn der Gegenüber das genauso sieht.

Du kannst noch so leckere Fleischwurst mit haben, wenn dein Hund keine Fleischwurst mag, ist es mehr eine Bestrafung. Ähnlich als würde ich Probieren Mister X für die Hilfe im Haushalt mit einer Broccolicremesuppe zu belohnen. Der macht danach nie wieder Haushalt. (kleiner Beziehungstipp – wir belohnen uns gegenseitig für den tollen Haushalt und so sind wir ein unschlagbares Team)

Deswegen unsere Tipps zum richtigen Belohnen.

Belohnt mit den Bedürfnissen eures Hundes.

Was genau meine ich damit. Ein schönes Beispiel sind Hundebegegnungen oder der Besuch im Tierpark. Kuma möchte wie jeder andere Hund, gerne an den Gegehen schnupper und die anderen Tiere anschauen. Da komme ich mit Leckerchen nicht mal einen Schritt weit. Also ist unsere Belohnung das er zum anderen Tier darf. Natürlich alles angemessen, will der andere Halter es nicht, darf Kuma natürlich nicht zu ihm. Aber ans Gehege der Tiere darf er gerne.

So haben wir Beide etwas davon. Kuma lernt, wenn ich höre und mitarbeite, bekomme ich auch das was ich mir wünsche und ich habe einen Hund der gerne mit mir arbeitet.

Belohnungen:

  • Futter

  • Spielzeug

  • Zuneigung – Streicheln

  • Nähe

  • Schutz – Flucht

  • Trieb nach gehen (Schnüffeln, erkunden, Hundebegegnungen)

  • gemeinsames Spielen

Aus all diesen Dingen, gibt es nicht den Masterplan für die richtige Belohnung.

Je nach Situation muss man einfach die Richtige Belohnung wählen. Im Tierpark arbeiten wir viel mit seinen Trieben. Er wird belohnt dadurch das er das bekommt was er sich gerade wünscht. An einem anderen Tier zu riechen, eine Fährte zu erarbeiten etc.

Auf dem Hundeplatz, arbeiten wir mit Leckerchen, Spielzeug und Zuneigung. Während im Tierpark ein Streicheln, für ihn lässtig ist und ihn in seiner Freiheit einschränkt. kuschelt er sich gern in der Hundeschule mal an.

Zuhause belohnen wir oft durch Nähe geben, Zuneigung und gemeinsames Spielen.

Wie finde ich raus, was die richtige Belohnung ist?

Daran sieht man schon das es gar nicht so einfach ist das richtige auszuwählen. Im Endeffekt müsst ihr euch schulen und gemeinsam schauen was passt. Testet es einfach aus. Euer Hund möchte kein Leckerchen nehmen, dann zückt doch mal ein Spielzeug oder schaut was er euch gerade signalisiert. Versteckt er sich eher, oder möchte er nach vorne. Belohnt ihn für richtiges Verhalten auch mal mit seinem Willen. Prägt euch seine Körpersprache ein und ihr werdet schnell euren Hund lesen können. Merken was er gerade wirklich braucht und so auch ein besseres Team bilden.

Achtung Belohnungsfalle.

Belohnt wirklich nur Dinge die gut gelaufen sind. Nicht zur hälfte gut oder war ja fast richtig, nein wirklich nur Dinge die ihr als gut empfunden habt. Lasst euch nicht dazu verführen, eurem Hund immer seinen Willen zu geben. Irgendwann ist es keine Belohnung mehr sondern ein Zustand. Das er mit dem Kopf durch die Wand mag.

Zusätzlich sollte die Belohnung Zeitnah erfolgen. Nich erst Stundenspäter. Oft wird von 3 Sekunden gesprochen. Eurer Hund kann auch nach 3 Sekunden eine Belohnung mit einem Ereignis verbinden. Allerdings liegt die Fehlerquote für falsch verknüpftes höher. Da in der Zwischenzeit schon andere Dinge wieder passiert sein können. Deswegen ist es sinnvoller Zeitnah zu belohnen.

Bestrafen anstatt zu belohnen?

Immer wieder lerne ich Hundemenschen kennen, die ihren Hund lieber bestrafen. So wird es eine negative Belohnung. Ganz nach dem Motto, wenn ich alles richtig mache, passiert mir nichts. Es ist leider sehr wirkungsvoll. Da Angst ein größerer Antrieb ist, als Freude. Dadurch fühlt man sich schnell in diesem Weg bestättigt. Doch dabei orientiert sich euer Hund nur aus Zwang an euch und nicht weil er sich freiwillig an euch Bindet. Natürlich muss man seinem Hund Grenzen setzen und das er diese auch als Unangenehm warnehmen kann ist was anderes, als ihn zu bestrafen.

Ein Beispiel aus der Jagdhundausbildung.

Früher wurde einem Jagdhund das gerade zulaufen auf den Gegenstand den er apportieren soll wie folgt beigebracht. Es wurde eine Gasse gebildet und rechts und links davon, lag etwas auf dem Boden was weh tat, zum beispiel Heiße Kohle, so dass der Hund auf gar keinen Fall nach Rechts oder Links den Weg verlässt. So liefen die Hunde schön gerade aus und ließen sich nicht vom Weg und somit vom Ziel abbringen. Sie lernten schnell und effizent das sie gerade auf die Beute zu laufen sollten und auf direktem Weg zum Halter zurückkehren mussten.

Das Ganze war deutlich mit Schmerzen verbunden und bald testeten sie gar nicht mehr ob rechts oder links noch etwas unangenehmes lauerte.

Doch das gleich kann man seinem Hund auch positiv beibringen, anstatt ihn für jeden Schritt zur seite zu Bestrafen durch Schmerzen, kann jeder Schritt gerade ausbelohnt werden. Bei jedem Schritt zu Seite, kann man ihn korregieren, zum beispiel mit einer Schleppleine, ganz schmerzfrei. Auch hier setzt man Grenzen und gibt Hilfestellungen.

Natürlich dauert dieser Weg länger, aber ihr erarbeitet euch das Ziel gemeinsam und gerade so bildet man ein unschlagbares Team. Euer Hund lernt, das er sich Lösungen allein erarbeiten kann, er aber Unterstützung von euch bekommt, wenn es nötig ist.

Wie belohnt ihr? Gibt es bei euch einen Jackpt für besonders gute Leistungen?

Liebe Grüße und nasse Küsse

Eva und Kuma

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