Wie viel Auslauf braucht mein Hund?

Wie viel Auslauf braucht mein Hund?

Jeden morgen das Trauerspiel, voller Elan stehe ich im Flur während unser Hund eine neue Strategie probiert, um liegen bleiben zu dürfen. Eingekuschelt auf seiner Decke, drückt er bewusst die Augen zu, dreht den Kopf weg oder stellt sich tod, mit allen vieren ab in die Luft. Selbst das Bäuchlein kraulen zeigt keine Wirkung. Am Ende raft er sich schnaufend auf, torckelt die 20 Schritte bis auf den Wohnzimmerteppich und lässt sich niederplumpsen wie ein nasser Sack. Sich legen wäre ja zu anstrengend.

Jetzt fragt ihr euch was ich mit dem armen Kerl angestellt hab? Genau das erkläre ich euch jetzt.

Welchen Einfluss hat die Rasse auf den Auslauf?

Überraschung, wir haben einen Husky. Ich sehe es euch an, ich spüre diese elktrischen Schwingungen während ihr diesen Artikel lest. „Der muss bestimmt ganz schön viel rennen“ und genau hier sind wir bei dem alles entscheidenden Punkt.

Wenn deine Mama eine Marathonläuferin ist und dein Papa ein Marathonläufer ist, bis du es dann auch? Früher war das so, doch heut zu tage nicht mehr. Wir bekommen alle unsere Talente mit in die Wiege gelegt. Viele unserer Vorlieben sind schon Genetisch in uns verankert. Genauso bei unseren Hund. So legen Eltern einer Musikerfamilie sehr viel Wert darauf, das ihr Kind im frühsten Alter mit den Instrumenten vertraut gemacht wird. Wächst allerdings ein Kind zweier Musiker in einer vollkommen fremden Umgebung auf, die mit Musik nichts am Hut hat. So wird es keine Instrumente spielen können, doch ein Taktgefühl hat es bestimmt.

Genau dieses Beispiel können wir auf die Hunde auch umsetzen. Früher wurden die Hunde jagdlich geführt und vom Welpenalter an auf seine Aufgabe vorbereitet. Das selbe gilt für all die Hütehunde, Zughunde und viele andere Rasseunterarten. Der Welpe konnte auf seine Genetik vertrauen und ist in seine Aufgabe gewachsen. Heute ist das nicht mehr so. Der Welpe kommt zum neuen Heim, aber dort wird nicht gejagt, er weiß instinktiv wie das geht, dennoch wird er es nie so verfolgen, wie wenn er es von klein auf ausgelebt hätte.

An diesen Beispielen kann man sehen das Genetik nicht alles ist. Genetik ist ein ganz großer Teil von uns und unseren Hunden, bestimmt aber nicht allein wie er sich verhält.

Aus diesem Grund ist es entscheidend wie man mit seinem Hund den Auslauf aufbaut.

Vom Welpen bis zum Senior

Gerade im Welpenalter sind die kleinen Knirpse übermotiviert, sie kennen noch nicht Ihr Limid und wird jetzt keines Gesetz, öffnet man die Tore für die Genetik. Man weckt das Arbeitstier und der Hund wird von klein auf an viel Leistung gewöhnt. Das führt dazu, das er als erwachsener Hund noch mehr Leistung geben kann und keinen Erschöpfungszustand erreicht.

Hier gilt, weniger ist mehr. Für Welpen gibt es eine hervoragende Faustregel:

Pro Lebensmonat 5 Minuten spazieren gehen, das hört sich wenig an, ist aber vollkommen ausreichend. So geht ein 3 Monate alter Hund nur 15 Minuten spazieren.

Zusätzlich lernt euer Welpe so, von anfang an, Ruhe. Wie ihr das geschickt aufbauen könnt, steht alles in unserem Artikel „Wie lernt mein Hund Ruhe

Doch wie verhält sich das, wenn der Hund älter wird?

Um so älter euer Hund wird, um so mehr Bewegung könnt ihr in euren Tagesablauf mit einfließen lassen. Schaut euch euren Hund genau an, läuft er noch mit Elan mit oder ist er schon ganz träge und schlürft hinter euch her? Legt er sich direkt nach dem Spaziergang hin oder hüpft er wie ein hyperaktiver Häschen durch die Wohnung.

Als gute Regel gilt, euer Hund sollte noch leichtfüßig laufen können und zuhause seine Ruhe suchen. Trottet er nur noch halb herzig mit und schlägt immer den kürzesten Weg nach Hause ein, möchte er euch ganz klar sagen – Das ist zu viel. Ist er komplett Hyperaktiv, bedeutet das nicht zwangsläufig das es zu wenig Bewegung war. Manche Hunde werden wie quängelnde Kinder hibbelig bei Schlafmangel.

Denn Hunde haben einen Ruhezeitenbedarf von bis zu 20h. Das bedeutet nur in 4h am Tag, weichen sie vom Dösen ab. Dies kann man auch ganz deutlich an Straßenhunden sehen, es wird sich nicht viel bewegt, der Tag wird verschlafen und nur ein kleiner Teil genutz.

Anzeichen für zu wenig Bewegung:

Euer Hund bellt oder jammert pausen los (auch andere Verhaltensauffälligkeiten sind möglich)

Er nimm stehtig zu (der Energiebedarf liegt unter seinem Futter/ natürlich ist es auch möglich das ihr zu viel füttert)

Er ist ständig unruhig

Anzeichen für zu viel Bewegung:

Euer Hund möchte den kürzesten Weg nach Hause einschlagen

Er ist unmotiviert und läuft nur noch träge

häufig ist er leicht unter Ideal gewicht

Auf Spielaufforderungen reagiert er nur noch mäßig motiviert

Um euren Hund optimal zu fördern, müsst Ihr ihn auch genau beobachten. Macht im Welpen alter nicht zu viel und fangt erst mit dem Sport ab einem alter von 1 Jahr an. Dies schont die Gelenke und euer Hund wird lange an eurer Seite laufen.

Eine Optimale Runde, besteht aus einer Laufstrecke, aus Kopf und Nasenarbeit, sowie Rennspiele oder Sporteinheiten. Durch die ausgewogene Mischung bekommt euer Hund genug Bewegung, wird geistig gefördert und durch die Rennspiele oder die kurzen Sporteinheiten, wird sein Herzkreislaufsystem gefördert. Am Ende bekommt ihr einen ausgeglichenen Hund.

Und um die Frage nicht weiter wie eine Donnerwolke über uns kreisen zu lassen. Wie lange gehen wir wohl mit Kuma spazieren? Am Tag zwischen 1-2H, auf den Spaziergängen tricksen wir, üben Unterordnung, spielen Ball und erklimmen den ein oder anderen Hügel. Am Ende freuen wir uns alle über die Couche.

Wie viel Bewegung bekommt euer Hund?

Kuma und ich sind auf eure Antworten gespannt.

Liebe Grüße und nasse Küsse

Eva und Kuma

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.