Agend Kylar

Wie kam es zu Undercover Labrador?

Gute Frage, eigentlich begann alles mit einem kleinen Sibirischen Huskybaby, der uns in den Wahnsinn trieb. Tagsüber war er das Goldstück und nachts der Teufel in Hundeform.

Als würde sich der Welpe in der Nacht zu einem quengelnden Geist verwandeln, der durch dein Schlafzimmer spukt. Kylar wurde nachts von Heimweh gequält, während er tagsüber über die Felder hüpfte und Fangen mit meinem Mann spielte.

Schnell kamen wir völlig übermüdet an unsere Grenzen, ich kann mich noch gut erinnern, wie ich ins Wohnzimmer kam und Herrchen und Hund zusammengekuschelt auf dem Sessel schlafend sah. Die zwei hatten die Nacht durch gemacht und schliefen nun Arm in Arm. In diesem Moment weiß man es einfach, er gehört zur Familie und es muss sich was ändern. Gab es diesen einen Moment bei euch auch?

Zu diesem Zeitpunkt waren wir für den Tratsch und die „Guten“ Ratschläge auf der Hundewiese dankbar. Aber jeder kennt das: diese übermotivierten Hundehalter, die einem ständig sagen wie es besser geht und was man anders machen muss und am Ende ist man völlig verunsichert. Komischerweise geben nie die Leute Ratschläge, deren Hunde wirklich hören. Was uns natürlich nach kurzer Zeit auch aufgefallen ist, die ach so guten Ratschläge haben  nicht wirklich geholfen und wir fingen an, uns nach erzogenen Hunden auf der Wiese umzusehen und siehe da wir fanden den ein oder anderen, der nicht jeden Fremden anspringt, nicht andere Hunde anpöbelt und sogar auf Rückruf reagiert und zu unserer Überraschung, hieß es nicht „wir haben das alles allein hin bekommen“, nein es gab keine guten Ratschläge nur eine wirklich gute Empfehlung für eine Hundeschule, bei der wir bis heute sind.

Schnell wurden die ersten Probleme am Telefon geklärt und der kleine Teufel in der Nacht verschwand. Sie fand genau die richtigen Worte für uns, waren wir doch gerade völlig überfordert und spielten schon mit dem Gedanken, das die Entscheidung für den eigenen Hund eine Falsche war. Aber wie sagte sie so nett: jeder Ersthundebesitzer will seinen Hund abgeben und ist überfordert, ich verspreche, dass es nach den ersten Tagen besser wird.

Und so war es auch. Am Sontag darauf waren wir das erste Mal in der Hundeschule und ich weiß nicht ob es euch ähnlich ging, aber für uns war es wie mit seinem Kind in den Kindergarten zu gehen. Aber als wir merkten, dass wir die Außenseiter sind, wurde uns für einen Moment ganz anders. Um uns rum nur Retriever in jeglicher Form, vom Labrador über den Doodle bis zum Golden Retriever war alles vertreten und wir mit dem kleinen Husky. Schnell wurde uns erklärt, dass es sich um einen Retrieververein handelt, aber wir herzlich Willkommen seien. Selbst unserem Wirbelwind war bewusst, dass irgendwas anders war. Keiner trug den Schwanz so hoch wie er und die spitzen Ohren fehlten den anderen auch, was war da bloß los? Doch das erste Spiel mit den anderen Welpen riss ihn aus seiner Verdutztheit. Unser kleiner Rüpel tobte sich ordentlich aus und siehe da er war sogar ein kleiner Streber. Uns wurde erklärt, dass der Husky sehr selbständig sei und es nicht so selbstverständlich ist, dass er in der Hundeschule so schön mit macht. Wir waren die glücklichsten Eltern auf dem Platz. Und so kam es, dass wir immer mehr Kurse besuchten und Kylar immer mehr lernte. Da er fast ausschließlich unter Labradoren ist, fing er auch an sie zu kopieren.

Aus unserem Spitzohrbaby wurde so langsam ein Labrador. Was er vorher nie tat, fand er nun auf einmal ganz interessant. Wenn die anderen in die Leine beißen, dann muss ich das auch mal probieren. Wenn die anderen Stöckchen sammeln, dann macht das Spaß und wenn die anderen Apportieren dann mach ich das doch auch. Und so kam eines zum anderen: er läuft wie ein Husky, hat den Sturkopf eines Huskys, meint die Sonne scheint nur für ihn – während der Labrador denkt, die Sonne scheint für das Herrchen und man kann sich glücklich schätzen in der Sonne des Herrchens mit baden zu dürfen.

Kylar und ich besuchten immer mehr Kurse und wir merkten schnell, dass wir immer wieder auf Vorurteile trafen,

  • Huskys hören nicht
  • Huskys vertragen sich nicht mit anderen Hunden
  • Huskys müssen rennen und ziehen

 

Ich muss sagen, es ist sehr ermüdend ständig Menschen vom Gegenteil zu überzeugen, aber das macht Kylar mittlerweile von ganz alleine und wir wagten den nächsten Schritt.

Huskys Apportieren nicht! Noch so ein Vorurteil, was wir natürlich angegangen sind.

Und schwupp die wupp waren wir im Apportierkurs. Was für Retriever ein Muss ist, scheint für den Husky das Verbot schlechthin zu sein. Und schon stießen wir auf Skeptiker. Ich war so stolz, nachdem wir das erste Mal den Futterbeutel geschmissen hatten und Kylar ihn mir freudestrahlend brachte. Meine Antwort auf die Skeptiker, die im Halbkreis bei uns standen war, er ist ein Undercover Labrador und schon war das Eis gebrochen.

 

Husky apportiert

Die nächsten Wochen machte dieser Satz die Runde und jedes Mal war das Gelächter auf unserer Seite.

Und so wurde aus einem Husky ein kleiner Agent, der Maulwurf, der sich in die Herzen der Labradoodles und Co. schlich und deren Eigenarten fachgerecht studiert.

Auch Huskys sind alltagstauglich, müssen nicht in der Leine hängen und interessieren sich auch für Denkaufgaben. Nur weil es nicht der leichte Weg ist, verzweifelt nicht. Was hat euer Hund für Interessen die „eigentlich“ nicht zu seiner Rasse gehören? Oder habt Ihr einen Mischling und schon mal probiert von seinem Verhalten auf eine Rassemischung Rückschlüsse zu ziehen? Steht er beispielsweise oft vor (Vorstehen)?

Ich freue mich auf Kommentare

Liebe Grüße

Eure Eva und Kylar

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