Ausschlussdiät – nur so macht es Sinn

*Dieser Artikel ist in Kooperation mit Behind the Box entstanden

Dieses leise schmatzende Geräusch, wenn sich der Kühlschrank öffnet. Scheint der perfekte Rückruf zu sein. Innerhalb von Sekunden mutiert Kuma zum Ninja und steht auf einmal neben mir. MAGIC.

Doch nach der Salami war mir dann klar – ohne Schnupfen hätte ich mich wohl selber umgebracht. Die grünen Wolken stehen im Raum und winken dir freundlich zu „komm in meine Umarmung und er stick“ hauchen Sie leise. Wer nun denkt – könnte schlimmer sein – bingo! Mit Rind dreht Kuma´s Magen einfach komplett ab. Ein Schokoladenbrunnen ist dagegen ein SCHEISSDRECK. (Gern geschehen für das Kopfkino +g+)

Ganz so einfach ist es nur leider nicht. Ist Kuma nun wirklich allergisch gegen Rind oder gegen andere Zustätze im Futter?

Andere Auslöser für Futtermittelunverträglichkeiten und Allergien:

  • Farbstoffe
  • Konservierungsmittel
  • Lockstoffe
  • Geschmacksverstärker
  • Bindemittel

Mit einer Ausschlussdiät kan man das Übel immer weiter eingrenzen und in einigen Fällen auch den Ursprung finden.

Gemeinsam mit Dini von weilbarfeneinfachist.de gehen wir dem Thema auf den Grund. Dazu hat uns die liebe Dini einige Fragen beantwortet.

„Dini, wann sollte man eine Auschlussdiät mit seinem Hund durchführen?“

Eine Ausschlussdiät bietet sich immer dann an, wenn man bei seinem Hund eine Futtermittelallergie oder eine Futtermittelunverträglichkeit vermutet. Beides wird immer noch durcheinander gebracht und oft spricht man auch noch von Allergien, obwohl eine Futtermittelunverträglichkeit vorliegt.

Bei einer Allergie kommt die Reaktion auf den Auslöser unmittelbar. Man kennt das zum Beispiel von Insektenstichen. Wenn ein Betroffener von einer Wespe gestochen wird, schwillt die Stelle sehr schnell an und man muss schnell handeln. Auch Nussallergiker kennen das Problem. Genauso ist es, wenn ein Hund auf eine Fleischsorte oder ein Gemüse reagiert. Man bekommt es einfach unmittelbar mit.
Bei einer Futtermittelunverträglichkeit ist das Ganze ein schleichender Prozess. Man kann nicht genau sagen, was der Auslöser für die Symptome sind. Sie entwickelt sich oft über viele Monate.

Die Symptome können bei Beidem aber gleich sein: Jucken, Pfoten anknabbern, rote Pfoten, Ohren oder Bauch, Schmatzen, Rülpsen, breiiger Kot, Bauchgrummeln, Haut- und Fellprobleme aber auch eine innere Unruhe. Die Anzeichen können vielfältig sein und nicht jeder Hund zeigt alle. Man muss seinen Hund als Individuum betrachten. Oft hat man als Hundehalter auch einfach so ein Bauchgefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Auch dann kann eine Ausschlussdiät sinnvoll sein.

Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Ausschlussdiät

Wichtig ist schon vor der Ausschlussdiät, deinen Hund durch einen Tierarzt durchchecken zu lassen. Könnten es Parasiten sein, wie Flöhe die eine allergische Reaktion auslösen? Oder etwas anderes gesundheitliches?

„Dini, wie viel Zeit nimmt eine Ausschlussdiät in Anspruch?“

Wenn man sich für eine Ausschlussdiät entscheidet, muss man damit rechnen, dass das Unterfangen gut ein Jahr dauern kann.

Man fängt erst einmal damit an, dem Hund 8-12 Wochen mit einer unbekannten Proteinquelle und einem Obst, Gemüse oder Kohlenhydrat zu füttern. Das ist dazu da, um den Organismus quasi wieder auf Reset zu setzen. Wenn man den Hund wieder stabil bekommen hat, also die Symptome sich gebessert haben und bestenfalls verschwunden sind, beginng man dann damit, weitere Komponenten einzeln zu testen.

Auch das dauert! Man sollte jede neu Komponente mindestens 2 Wochen lang täglich füttern. Wenn der Hund auf diese neue Komponente reagiert, zeigt sich das etwa nach dieser Zeit. Bleibt alles gut, scheint der Hund sie zu vertragen und man kann das nächste testen.

Wenn man dann einen Grundstock an Lebensmitteln einer Tierart zusammen hat, also Muskelfleisch, Innereien, Knochen und Nahrungsergänzungsmittel, geht es daran andere Beutetiere zu testen. Es gibt aber durchaus Hunde, die wirklich schwere Unverträglichkeiten haben und am Ende nur eine Tierart vertragen.

Man betreibt das Ganze aber nicht bis zum bitteren Erbrechen und bis man alle Futtershops einmal durchprobiert hat, sondern man legt sich einen Grundstock an Lebensmitteln an, aus denen man wählen und den Hund ernähren kann.

Vorbereitung für die Ausschlussdiät

Führ einige Tage vor beginn der Diät ein Ernährungstagebuch. Schreib genau auf welchen noch so kleinen Krümmel dein Hund zu sich nimmt. Das Hundefutter, die Leckerchen, das essen was das Baby auf den Boden geschmissen hat oder den geheimen Liebesbeweis von Onkel Karl. Dazu solltest du dir auch alle Symtome die dein Hund in der Zeit zeigt notieren.

Impfe alle Menschen in deinem Umfeld, die deinem Liebling etwas zustecken könnten, das dies nicht erlaubt ist. Denn noch die kleinste Menge kann dir das ganze Ergebnis der Diät versauen.

Durchführung der Ausschlusdiät

Mit der Ausschlussdiät schließt du Schritt für Schritt, das Futter aus, welches eine Allergie auslöst.

Um beginnen zu können solltest du dich erst einmal fragen was dein Hund schon an Futter kennt. Wenn du noch nicht oft das Hundefutter gewechselt hast, kannst du mit einem Hundefutter starten, in dem Eiweiß- und Kohlhydratequellen enthalten sind, die dein Hund noch NIE gefressen hat.

Hat dein Hund schon vieles probiert so wie Kuma, muss man auf exotische Fleischsorten und Kohlehydrate wechseln.

„Macht es Sinn seinem Hund immer eine Futterquelle vor zu enthalten? Zum Beispiel ein Leben lang nicht Pferd zu füttern, damit man für eine mögliche Ausschlussdiät etwas in der Rückhand hat?

Definitiv!

Ich rate meinen Kunden immer dazu, sich diverse Beutetiere in Reserve zu halten. Das ist aber auch gar nicht schwer. Der Hund muss sich weder durch einen Bauernhof, noch durch einen Zoo fressen. Ja, ein Hund sollte abwechslungsreich gefüttert werden. Dazu reicht es aber vollkommen aus sich 3-4 Beutetiere auszusuchen und zwischen denen zu wechseln.

Welche Futterquelle man sich aufspart, das kann man nicht allgemein beantworten. Natürlich gilt Pferd als hypoallergen, aber wenn man günstig an Futter aus Pferd herankommt, dann sollte man deswegen nicht sagen „Nein, ich fütter kein Pferd. Im Internet stand, dass man das nicht machen soll.“ Was sich allerdings anbietet, für den Notfall aufzusparen ist: Kaninchen, Pferd, Ziege oder Lamm. Von diesen Tierarten kommt man noch recht einfach an alle notwendigen Komponenten.

Diese ganzen exotischen Sachen, wie Strauß, Känguruh und Krokodil brauchen unsere Hunde nicht. In Australien ist das noch einmal etwas anderes, da ist es lokales Fleisch. Aber hier in Europa benötigt kein gesunder Hund diese Fleischsorten. Das ist Geldmacherei – es klingt schön und vermittelt uns Hundehaltern, dass wir das unserem Hund unbedingt füttern müssen. So ein Quatsch und nebenbei auch noch schlecht fürs Klima.

Solltet ihr eurem Hund jetzt aber schon alle möglichen und ummöglichen Fleischsorten gefüttert haben und ihr müsst jetzt doch dringend eine Ausschlussdiät machen ein Tipp von mir: Ausschlussdiäten kann man auch mit Fisch machen.

Dini mit Abby was ein Team

Die passenden Leckerchen

Denk daran das bei dieser ganzen Testreihe auch die Leckerchen entscheidend sind. Gut deklarierte Leckerchen sind häufig schwer zu finden. Wir beziehen unsere Leckerchen von Behind the Box. Diese sind nicht nur ökoligisch und nachhaltig Produziert, nein ich weiß auch genau was drin ist. Schließlich ist es schon schwer genug ein passendes Futter zu finden.

Das gleiche gilt auch für Nahrungsergänzungsmittel, auch diese sollten auf den Prüfstand genommen werden. Schau dir wirklich genau an was dein Hund frist und kaufe nur Mittelchen ein, bei dennen du genau weißt was drin ist. Deswegen ist Behind the Box für mich eine echte Bereicherung. Da wird schon vorher genau geschaut was überhaupt ins Sortiement aufgenommen wird.

„Kann ich bei einer Ausschlussdiät Barfen?“

Ob man eine Ausschlussdiät mit rohen Produkten machen kann? Unbedingt! Eigentlich sollte man eine Ausschlussdiät immer mit rohem Fleisch und frischem Obst und Gemüse machen.

Der Grund dafür ist ganz einfach: Bei Fertigfutter hat man immer Zusatzstoffe enthalten, auf die der Hund reagieren kann. Das ist bei Trockenfutter das gleiche wie bei Nassfutter. Bei Nassfutter kann der Hund zum Beispiel auf die Legierung von der Dose reagieren. Dann zeigt der Hund auch weiterhin Symptome, man denkt es liegt am Futter und testet sich durch alles durch. Aber der Verursacher wird nicht gefunden – man endet dann in einer Testspirale des Teufels. Dann heißt es auch oft „Mein Hund verträgt kein Fleisch“, obwohl es gar nicht am Fleisch liegt. Man versucht bei einer Ausschlussdiät alles an auslösenden Stoffen zu minimieren. Deswegen geht man wirklich auf das Minimum 1 Proteinquelle und 1 Obst/Gemüse/Kohlenhydrat zurück.

Aber nicht nur die Zusatzstoffe kann man bei Fertigfutter nicht ausschließen, auch Nahrungsergänzungsmittel zählen dort mit rein. Auch, wenn man den Hund während der Ausschlussdiät roh ernährt, lässt man erst einmal alles weg. Erst, wenn der Hund stabil ist, testet man dann die Nahrungsergänzungsmittel mit – genau wie die anderen Komponenten.

Nach der Ausschlusdiät ist vor der Ausschlussdiät

Auch wenn dein Hund nun beschwerdefrei ist, solltest du dich noch nicht zufrieden geben, schließlich weißt du noch nicht genau worauf er reagiert hat.

Nun kannst du den Speiseplan anpassen. Am Besten immer nur eine Änderung. So bekommst du gleich mit was der Auslöser ist und ob dein Hund das neue Leckerchen verträgt. Wenn das gut funktioniert hast, kannst du das nächste in euren Speißeplan wieder mit aufnehmen.

„Ich fühle mich schnell Überfordert, wenn ich keinen Fachmann an meiner Seite habe. Erstellst du für deine Kunden auch Pläne für Ausschlussdiäten? Kann man das ganze auch in Begleitung machen?“

Ja, ich biete inzwischen die Betreuung von Ausschlussdiäten an.

Ich weiß, dass auch viele Kollegen diese Betreuung inzwischen anbieten. Wenn man sagt, dass man selber zu unsicher ist, dann ist es ratsam sich an der Stelle Hilfe zu holen. Wenn man sich einen Ernährungsberater sucht, sollte man aber ein paar Dinge beachten: Zum einen solltet ihr schauen, welche Qualifikationen der Ernährungsberater hat. Der Begriff Ernährungsberater ist nicht geschützt. Das bedeutet, dass jeder sich so nennen kann. Wenn derjenige eine Ausbildung hat, sollte man ein wenig schauen wie lange die ging. Da gibt es inzwischen vom Wochenendkurs bis hin zum 9 monatigen Aubsildungszweig alles.

Aber ihr solltet auch schauen, was genau bei der Betreuung beinhaltet ist. Bei einigen wird nur das Grundkonzept der Ausschlussdiät erklärt, andere begleiten euch eine Weile. Ich setze für die Ausschlussdiät immer ein Jahr an. Manchmal geht es schneller, manchmal dauert es noch ein bisschen. Wichtig ist mir bei der Betreuung, dass mein Kunden am Ende einen Grundstock an Lebensmitteln haben, die sie ihrem Hund füttern können ohne Angst zu haben, dass es ihrem Liebling damit schlecht geht.

Aber am Ende bringt weder eine lange Betreuungszeit oder die beste Ausbildung etwas, wenn man sich mit dem Ernährungsberater nicht versteht. Hört also auch hier auf euer Bauchgefühl – dann steht einer erfolgreichen Ausschlussdiät nichts im Wege.

Wow Dini, danke für diese hilfreichen Antworten. Wahnsinn wie sich dieses Riesige Puzzle zusammen setzt. Mich faziniert es immer wieder, wie klein der Ursprung sein kann.

Wie ist das bei dir? Hat dein Hund Symtome? Vielleicht eine Futtermittelunverträglichkeit oder sogar eine Allergie?

Ich kann euch eins verraten, ich bin allergisch gegen Ananas, das ist schnell gar nicht Lustig und wer das kennt – der wird das Jahr in seinen Hund investieren damit er Symtomfrei werden kann. Habt Ihr vielleicht schon eine Ausschlussdiät hinter euch?

Liebe Grüße und nasse Küsse

Eva und Kuma

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