soll ich meinen Hund kastrieren lassen?

Soll ich meinen Hund kastrieren lassen?

Schnipp schnapp Hoden ab – und schon hört der Pfiffi? Wäre das so einfach würden wir uns wohl als Lebenspartner nur noch Kastraten halten oder etwa nicht? Keiner kommt auf die Gloreiche Idee am Ehemann, Sohn oder Enkel rum zu schnippeln, weil er in der Pubertät etwas viel Mastrubiert hat +grins+ oder machen wir das nicht, weil wir unsere Männer weniger Lieben? Schließlich lassen wir die Rüden kastrieren um Prostatakrebs vor zu beugen. Lieben wir unsere Männer so wenig das wir das Risiko gerne in kauf nehmen?

Ihr merkt schon, ich bin da etwas Ironisch und bevor die einschlägige Meinung kommt das ich Kastrastraktionsgegner bin. DAS BIN ICH NICH! Ich finde Kastratktion wohl überlegt sogar sehr sinnvoll, aber es ist halt nicht wie ein neues Halsband was jeder haben muss. Und warum das so ist, das will ich euch heute näher bringen.

Die Vorteile einer Kastraktion bei der Hündin:

(Achtung das hier sind Thesen ob es wahr ist schlüssel ich weiter unten auf)

  •  es gibt keine Blutung mehr, damit auch keine ungewollte Fortpflanzung Möglichkeit
  • Kastraktionen vor der 3 Läufigkeit führen zur fast vollständigen Verhinderung von Mammatumoren (vergleichbar zu unserem Brustkrebs)
  • Vermeidung von Gebärmuttervereiterung und Eierstock Tumoren (was nicht da ist kann nicht erkranken)
  • keine hormonellen Schwankungen mehr, ausgelöst durch die Läufigkeit

Die Vorteile einer Kastraktion beim Rüden:

(Achtung das hier sind Thesen ob es wahr ist schlüssel ich weiter unten auf)

  • Verhaltensänderung im Bereich Makieren, sexuelle motivierte Aggression, abhauen
  • keine Hodentumore (schnipp schnapp ab)
  • vermeidung von Prostatatumoren sowie gutartiger Prostatvergrößerung und Perinaltumoren

Eigentlich hört sich das doch super an, die Hündin ist weniger gestresst, hat keine Periode mehr und der Rüde streunert nicht mehr durch die Stadt, die Leinenagression ist quasie abgestellt und alles ist super. Währen da nur nicht die Nebenwirkungen:

Hündin:

  • Harninkontinenz vor allem bei größeren/schwereren Rassen
  • Fellveränderungen
  • Fettleibigkeit auf Grund eines geänderten Stoffwechsels
  • Rüdenhafteres Erscheinungsbild und Verhalten aufgrund des Testosteronsüberhang
  • häufigeres Auftretten eine Schilddrüsen- Unterfunktion
  • Unsicherheit im Verhalten

Rüde:

  • selten Harninkontinenz
  • Fellveränderungen
  • Fettleibigkeit
  • häufigeres Auftretten einer Schilddrüsen-Unterfunktion
  • unsicherheiten im Verhalten

Studien zeigen allerdings das das was wir bis jetzt als Vorteil gesehen haben, nämlich das wir das Krebsrisiko senken, nicht der Wahrheit entsprechen.

Mehr Krebs durch Kastraktion

in einer Studie an kastrierten Vizslas konnte man folgende beobachten. Im vergleich zu ihren Artgenossen, erkrankten die Hunde häufiger und auch früher an an Krebsarten wie Mastzelltumoren, Hämangiosarkom, Lymphosarkom dem nach steigt das Krebsrisiko von kastrierten Hunden unabhängig vom Geschlecht. Zusätzlich viel auf das die kastrierte Hunde Verhaltensstörungen entwickelten unter anderem Angst bei Gewittern.

In einer vielzahl anderer Studien wurde festgestellt das Knochenkrebs, sowie  bösartige Prostatatumoren häufiger bei kastrierten Hunden vorkommen. Selbst die Brustkrebstumore werden momentan durch eine Studie unter die Lupe genommen, da auch hier davon aus zu gehen ist, das es sich um einen Irrglauben handelt, das eine Kastraktion das Risiko senkt.

Hüftekaput weil du kastriert bist?

Studien an Labradoren und Golden Retrievern zeigten das gerade früh kastrierte Hunde häufiger an Gelenkerkrankungen leiden. Das Risiko steigt um das 4-5 Fache an. Zusätzlich steigen auch das Risiko für einen Kreuzbandriss um fast 3 Prozent.

Doch was ich super erschreckend fand, selbst Hunde die mit 3 Jahren kastriert worden haben ein 1,5fach höhere Wahrscheinlichkeit an Hüftgelenksdysplasie zu erkranken.

Und wenn wir uns jetzt noch einmal die Vor und nachteile ansehen wird mir persönlich schlecht.

Die Vorteile einer Kastraktion bei der Hündin:

  •  es gibt keine Blutung mehr, damit auch keine ungewollte Fortpflanzung Möglichkeit
  • Kastraktionen vor der 3 Läufigkeit führen zur fast vollständigen Verhinderung von Mammatumoren (vergleichbar zu unserem Brustkrebs)
  • Vermeidung von Gebärmuttervereiterung und Eierstock Tumoren (was nicht da ist kann nicht erkranken)
  • keine hormonellen Schwankungen mehr, ausgelöst durch die Läufigkeit

Die Vorteile einer Kastraktion beim Rüden:

  • Verhaltensänderung im Bereich Makieren, sexuelle motivierte Aggression, abhauen
  • keine Hodentumore (schnipp schnapp ab)
  • vermeidung von Prostatatumoren sowie gutartiger Prostatvergrößerung und Perinaltumoren

Nachteile:

  • Harninkontinenz vor allem bei größeren/schwereren Rassen
  • Fellveränderungen
  • Fettleibigkeit auf Grund eines geänderten Stoffwechsels
  • bei Hündinnen Rüdenhafteres Erscheinungsbild und verhalten aufgrund des Testosteronsüberhang
  • häufigeres Auftretten eine Schilddrüsen- Unterfunktion
  • unsicherheit im Verhalten
  • Krebsriskio steigt
  • Gelenkserkrankungensteigen (zum Beispiel HD)
  • häufigkeit der Bänderrisse steigt

Wenn ich mir diese Nachteile ansehe und mir überlege meinen Hund zu kastrieren, damit er keine Babys bekommt oder damit ich sein Krebsrisiko senke. Dann sollte ich über andere Methoden nachdenken!

Damit dein Hund unfruchtbar ist, aber alle Hormone behält und damit auch all diese Risiken minimiert werden, sind andere Eingriffe zu empfehlen. Zum beispiel eine Vasektomie, hierbei wird kein Organ entnommen, nur die Verbindungen zwischen Eileiter und Gebärmutter gekappt sowie der Samenstrang beim Rüden. Die Hunde leben mit all ihren Hormonen weiter, sie bekommt weiterhin ihre Läufigkeit aber es kann keine ungewollte Trächtigkeit mehr entstehen.

Und wenn ich meinen Hund kastriere, dann sollte das aus medizinischen Gründen sein. Übrigends sehen viele Tierärzte eine Scheinträchtigkeit bei der Hündin nicht als medizinischen Grund, denn das ist ganz normal bei einer Hündin. Jede Hündin wird in jedem Zyklus Scheinträchtig! Und auch die Kastraktion, weil der Rüde ein Leinenrambo ist, ist kein medizinischer Grund und selbst durch eine Kastraktion kann dieses Problem nicht komplett gelöst werden, denn hierbei handelt es sich auch um ein erlerntes Verhalten! Nur Hoden ab reicht da nicht!

Also ist es wirklich sehr sehr Fragwürdig ob eine Kastraktion einer Tierschutzorganisation wirklich Tierschutz ist?! In meinen Augen nicht! Eine Kastraktion ist nicht die Richtige Methode, eine Vasektomie wäre es! Doch diese ist Teurer und kann häufig nicht bezahlt werden! Wir sprechen hier von wenigen Euros (keine Hunderter oder ähnliches).

Zum Schluss mag ich das Thema Pubertät noch einmal in den Raum werfen.

Kastraktion der Schlüssel der Pubertät?

Wenn wir uns vor Augen halten, warum es überhaupt die Pubertät gibt, das in dieser Lebensphase das Gehirn auch als Organ Veränderungen vor nimmt. Das es neu strukturiert wird und Aufgaben in Bereiche eingegliedert werden. Müsste eigentlich jedem Menschen ein logischer Gedanke kommen. Hält man diese Dominoreihe auf, werden die restlichen Steine nicht fallen. Wird also ein Hund kastriert bevor er überhaupt in der Pubertät war, wird er immer im Kopf ein Welpe bleiben und da hilft auch die beste Erziehung nichts, denn rein Anatomisch hat sich nichts verändert. Wird ein Hund in der Pubertät kastriert ist doch die Frage wie viele Steinchen der Dominoreihe sind umgefallen? Also ich empfinde es nicht als Schlüssel, sondern eher als Gefängnis, denn der eigene Hund wird niemals seine vollständige Reife erlangen.

Also bitte, denkt nach bevor ihr blauäugig eure Hunde kastrieren lasst, weil ihr eine gute Absicht hab. Macht euch schlau, wegt die für und wieder ab und fragt euren Tierarzt nach alternativen zur Kastraktion. Denn das Geld was ihr dort Investiert habt ihr vielleicht in die Lebensdauer eures Hundes investiert.

Gibt mir gerne euer Feedback, sagt mir ob ihr interesse an einem zweiten Teil zu Kastraktion habt? Soll ich darüber berichten, wann der richtige Zeitpunkt für eine Kastraktion ist? Welche Verhaltensveränderungen auftretten können?

Liebe Grüße und nasse Küsse

Eva und Kuma

 

4 thoughts on “soll ich meinen Hund kastrieren lassen?”

  1. Hallo, gutes Timing mit Deinem Artikel. Wir haben zwei Rottweiler, Rüde 6 1/2 Jahre unkastriert und Hündin knappes Jahr hat gerade ihre erste Läufigkeit. Bis jetzt alles gut, wir passen auf, aber es gab ein oder zwei knappe Situationen… 😅😳 wir denken auch an eine Kastration bei der Hündin, wobei wir sagen, die Gesundheit kommt an erster Stelle. Wir haben diverse Tierärzte gefragt, welche Methode empfehlenswert ist und wann. Alle sagten uns, die Vasektomie und frühestens drei Monate nach der ersten Läufigkeit. Von daher stimmt Dein Rat mit unseren Tierärzten überein. Was meinst Du zum Zeitpunkt der Kastration? Liebe Grüße Claudia

  2. Danke für den Artikel, manche Menschen denken immer noch man könne Erziehungsfehler mit Kastration ausgleichen… fände den Artikel noch besser, wenn du dir ein bisschen mehr Mühe mit der Rechtschreibung gegeben hättest, es ist schon etwas irritierend, wenn man die ganze Zeit „Kastraktion“ liest…

  3. Hallo
    Wir mussten unseren Rüden leider kastrieren, aus medizinischen Gründen.
    Er hatte einen so extremen Hormonüberschub, dass er Prostata Probleme bekam.
    Er konnte nicht mehr laufen, liegen, sitzen, hat nichts mehr gefressen. Er hat richtig gelitten (bekam sogar Schmerzmittel).
    Wir haben zunächst versucht, das Problem anderweitig in den Griff zu bekommen, leider hat dies nicht funktioniert. Wir waren bei verschiedenen Ärzten, alle gaben uns den selben Tipp, zur Kastration.
    Nun nach dem Eingriff geht es ihm gut, wenn ich aber hier die Liste sehe, wird mir schon schlecht.
    Der Hund bei Bekannten war extrem geräuschempfindlich, vielleicht hatte das auch mit der Kastration zu tun.
    Zu den ganzen Pros und Contras fehlt mir aber auch noch, das dieser Eingriff immer noch eine OP unter Vollnarkose ist. Mit allen Nebenwirkungen und Risiken.
    Jegliche Eingriffe sollten immer gut überlegt werden.
    Danke für den Beitrag

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