Wie Hundebegegnungen an der Leine wieder entspannt werden

Wie Hundebegegnungen an der Leine wieder entspannt werden

Kuma kann super andere Hunde passieren, natürlich gibt es immer mal wieder Tage an dennen er gerne mal schauen würde. Allerdings haben wir das von Klein auf geübt. Andere Hunde sind was föllig normales.

Die meisten Hunde sind im Freilauf meist entspannt, denn dann können sie bewusst anderen Hunden ausweich und mit der eigenen Körpersprache signalisieren was sie wollen und was nicht.

Sind sie allerdings an der Leine, bekommen sie vom Menschen einen Weg vorgegeben, die eigene Körpersprache, das Tempo und das Gangbild wird komplett umgekrämpelt. Ein ausweichen, Bogen schlagen ist häufig nicht möglich und führt zu Stress.

Stress der vermieden werden könnte, durch gezieltes Training. Wir trainieren so viel mit unseren Vierbeinern, lassen aber die guten Sachen die oft für uns normal sind einfach unkommentiert und regen uns erst auf, wenn das kind schon im Brunnen gefallen ist.

In unserem Artikel Wie lernt mein Hund andere Hunde zu ignorieren haben wir erklärt wie wir Kylar dazu bekommen haben kein Leinenrambo zu sein. Einige strategien lagen darin Genügend Abstand zu anderen Hunden zu halten, mit anderen Mitmenschen zu trainieren und den Hund zu begrenzen. Doch ab und an ist da einfach nicht möglich.

In der Stadt, kommen Hunde oft von allen Seiten und schnell kann man nicht mehr umdrehen, oder mehr Abstand geben. Aber wie kann man trotzdem an sich und seinem Hund arbeiten?

Den richtigen Zeitpunkt loben

Oft loben wir einfach viel zu spät oder gar nicht. Für uns ist einfach vieles normal, dabei bedeutet es für unseren Hund, selbstdisziplin und gehorsam.

Viele Hundebegegnungen sind in der Anfangsphase ganz normal, unsere Hunde machen sich weder steif, noch zeigen sie andere Anzeichen von Stress. Aber anstatt genau diese Situation zu Loben, warten wir auf den Moment wo er total hibbelig ist, schon am steif werden ist oder sich anders aufregt um dieses Verhalten dann zu breaken. Allerdings ist es oft so, das Hunde von uns fast alles vorgeschrieben bekommen, du sollst nicht bellen, du sollst dort nicht dein Bein heben etc. Wenn man also etwas Unterbindet was er nicht soll, haben viele Hunde das Problem, dass sie nicht wissen was sie denn statt dessen tun sollen.

Nehmen wir uns das Beispiel Stubenreinheit. Hat klein Kuma in die Wohnung gemacht, so haben wir den Pfleck ausgeschimpft, also hat Kuma verstanden, das der Fleck dort böse ist. Aber ob das nun bedeutet – nur der Fleck im Flur ist böse oder der Fleck im Schlafzimmer wäre genauso böse. Versteht er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Doch genau diesen Gedankenprozess kann man unterstüzten in dem man, sobald er sich auf der Wiese löst. Das ganze Positiv verknüpft, mit einem freuden Pipitanz.

Aber gehen wir in eine Hundebegegnung, machen wir das nicht so. Wir loben nicht das gute Verhalten, sondern probieren nur das schlechte zu unterbinden.

Also ran an den Speck. Macht euer Hund gerade in diesem Moment etwas richtig gut, dann lobt ihn auch mal, auch wenn es für euch selbstverständlich ist, für ihn ist es da sicherlich nicht.

Die Leine macht´s

Es sollte eine Leine sein, mit der Ihr euch wohl fühlt, allerdings auch eine die eurem Hund einen gewissen Spielraum einräumt, eine 2 -3m Leine ist da oft für den Anfang optimal.So kann euer Hund locker neben euch her laufen, gemeinsam mit euch die Welt erkunden und sich auf andere Hunde vorbereiten. Er könnte einen sachten Bogen schlagen, sein Tempo an die Situation anpassen, hinter euch Schutz suchen oder mutig vorrausgehen mit der Verstärkung im Rücken. So ist mehr Platz für die natürliche Körpersprache und das kann schon viel Druck raus nehmen.

Ein Leinen Treffen

Regelmäßiges Treffen mit anderen Hundenhaltern, bei dennen alle Hunde an der Leine sind und gemeinsam ohne Kontakt spazieren gehen, führt dazu, das es für die Hunde ganz normal wird, an der Leine keinen Kontakt zu haben. Da wo man keinen Kontakt hat, kann man auch direkt viel entspannter werden. Viele Hundeschulen bieten Soziale Spaziergänge an, um genau dieses Verhalten zu festigen, hier sollte man nicht direkt von Anfang an seinen Hund überfordern, sondern mit respektvollem Abstand anfangen und die Distanz dann immer wieder weniger werden lassen.

Im Großen und Ganzen wäre es so viel einfacher, wenn andere Hundehalter mehr Rücksicht nehmen würden und ihre Hunde auch etwas kürzer nehmen bzw einfach an die Leine.

Unsere Grundregeln für Hundebegegnungen

1. Es wird an der Leine kein Kontakt gepflegt

2. Wir loben das richtige Verhalten schon in kleinen Dosen

3. Wir geben unserem Hund die Möglichkeit in seiner Sprache zu kommunizieren

4. Pöbelein werden von uns unterbrochen

5. Wir beschützen Ihn vor anderen Hunden – wie ihr euren Hund richtig Schütz, könnt ihr unserem Artikel wie schütze ich meinen Hund? nachlesen.

Seit ihr auf dem Land und habt genug Fläche zum ausweichen, wird euch das Training bestimmt einfacher fallen. Doch auch in der Stadt habt ihr die Möglichkeit, an euch zu arbeiten, auch wenn es defintiv ein Steinigerer Weg wird.

Wie hand habt ihr das?

Wir sind gespannt, Kuma unser kleiner Schisser, traut sich so langsam immer mehr. Also es werden spannende Zeiten anbrechen.

Liebe Grüße und nasse Küsse

Eva und Kuma

1 thought on “Wie Hundebegegnungen an der Leine wieder entspannt werden”

  1. Hallo Eva und Kuma,
    erstmal vielen Dank für euren tollen Blog. Bin heute zufällig drauf gestoßen und hab jetzt mehrere Einträge gelesen – ich bin begeistert! 🙂
    Ich habe bereits viele Tipps zur Leinenführigkeit gelesen, geh auch zur Hundeschule, mache einen Online-Kurs 😀 Meine Hündin Iva ist mein erster eigener Hund und das ist doch ein großer Unterschied zu meinen Hunden im Elternhaus auf dem Dorf. Wir wohnen nämlich in einer Stadt mit ziemlich hoher Hundedichte, sodass ich auch nicht jeden Tag die Möglichkeit habe rauszufahren. Leider habe ich anfangs Hundekontakt an der Leine (aus Unwissenheit) zugelassen und mittlerweile ist jede Hundebegegnung sehr anstrengend geworden. Selbst auf der anderen Straßenseite…ich bring sie dann mit Leckerli ins Sitz, doch leider klappt jetzt auch kaum noch. Loben tue ich sie ständig bei entspannter Leine. Vielleicht ist die Bindung auch einfach noch nicht so vorhanden, da ich Iva erst anderthalb Monate habe. Naja, ich werde mich hier bei euch noch weiter umschauen und einige Tipps zu Herzen nehmen 🙂
    Huch, jetzt ist es doch ein ziemliches langes Kommentar geworden. Auf alle Fälle danke für die Anregungen und Hilfestellungen hier.
    Liebe Grüße
    Marie und Iva (8 Monate)

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