Wie lernt mein Hund ruhig im Restaurant zu sein?

Wie lernt mein Hund ruhig im Restaurant zu sein?

Eigentlich fing alles damit an, das ich Waffeln über alles liebe. Da ich ja aus dem Rheinland komme, was direkt ans Bergische grenzt, sind Bergische Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne irgendwie ein muss.

Als Kylar eingezogen ist, wollte ich mit dem Welpen nur kleine Spaziergänge machen, es war allerdings Sommer und Einkaufen musste ich meist auch noch. Zu mindest für den kurzen. Also wurde die Tasche auf den Rücken gepackt und wir haben die kleine Strecke zum nächsten Hundefuttershop gemacht.

Wenn wir da ankamen, war der Kleine meist schon platt, an Rückweg nicht zu denken, natürlich hatte ich mir diese Strecke ganz uneigennützig ausgesucht *Räusper* denn da war doch was, richtig ein kleines Cafe was herliche Waffeln angeboten hat und wer mir nun sagt „Waffeln im Sommer.“ der ist halt nicht so begeistert wie ich.

So hatte es sich eingebürgert, das Kylar und ich auf unserer täglichen Tour eine verschnaufspause im Waffelparadies machten und damit fingen irgendwie die Probleme auch schon an.

Klein Kylar wollte nicht ruhig liegen, also war nicht dran zu denken, das wir im Cafe sitzen würden, sonder außerhalb. Na toll, aber draußen waren doch die Tauben, die Fußgänger und dann noch andere Hunde. An schlafen war da irgendwie auch nicht zu denken und jetzt?

Wunderwaffe Schweineohr

Gut das wir vorher bei besagtem Futterlieferanten waren und so einige Leckereien mit uns rumgeschleppt haben. Also gab es für den Welpen ein Schweineohr und die Welt war wohl nur noch Schweinchenrosa.

Kylar hat sich mit dem Schweineohr beschäftigt bis ich fertig war, danach wurde das Ohr eingesteckt und wir machten uns auf den Heimweg.

Es bürgerte sich so ein, das ich in jeder Handtasche ein angelecktes Schweineohr hatte, natürlich nur für den Fall der Fälle.

Um so älter Kylar wurde um so schneller war so ein Schweineohr aufgegessen, so ging ich zu der Methode über, ihm ab und an das Ohr weg zu nehmen, blieb er dann brav liegen, so gab es das Schweineohr zurück.

So bauten wir es schrittchenweise auf, bis zu dem Punkt das es das Schweineohr erst gab wenn er schon eine weile gelegen hatte und dann gab es kein Schweineohr mehr. Am Anfang wurde ruhiges liegen noch alle paar Minuten mit einem Leckerchen bestättigt aber auch das lies ich dann immer mehr ausschleichen.

Gesteigert haben wir das ganze dann mit Buffet essen. Dabei blieb erst immer einer bei Ihm und später war es auch kein Problem ihn komplett allein am Tisch zu lassen.

Mit Kylar hat es damals so perfekt geklappt, aber Kuma wäre nicht Kuma, wenn bei Ihm nicht alles anders sein muss.

Was tun wenn der Hund nicht liegen bleiben will?

Eigentlich fing Kuma´s und mein Problem damit an, das wir keine Waffeln hatten zu dennen wir hätten pilgern können. Gut denkt man, ist ja nun kein großes Problem aber irgendwie ist es das nicht geblieben.

Denn Kuma hat seine eigene Strategie unter dem Tisch.

1. Den Platz den Frauchen aussucht ist grundsätzlich der Falsche

2. Im Platz liegen finde ich auch mehr als fragwürdig, da sind meine Chancen was vom Essen etwas ab zu bekommen sehr gering und ich sehe auch noch schlecht

3. so ein Leckerchen zum kauen ist auch schnell gefressen

und genau da lagen unsere Probleme.

Kuma und ich trainierten im Herbst/Winter ruhe zu bewaren, aber habt ihr schon mal ein Schweineohr oder Ochsenziemer unter einen Tisch gelegt, während andere Gäste essen wollten. Glaubt mir nicht jeder hat so tollerante Nasen wie Hundehalter. Also mussten alternative Produkte her die keinen Geruch verursachten, Problem, alternativen lassen sich schneller kauen.

Also fand es Kuma logisch, das so bald er aufgessen hat, nach einem neuen zu fragen. Da konnte ich tausendmal „Platz“ sagen, der Hund legte sich weder hin, noch löste er sich in Luft auf, nein als echte Labbertasche fängt er lautstark mitten im Lokal an, mir zu erzählen warum er gerade jetzt noch einen Knochen verlangen darf und glaubt mir, seine Argumente sind Laut und wie sagte mein Opa schon immer „die angenehmste Art Menschen den Mund zu stopfen, ist mit Essen“ und da hat er nicht unrecht – funktioniert auch bei Hunden. Aber nachlegen, war keine Option.

Auch das Ding mit den Leckerchen fürs ruhig liegen bleiben, ist nicht wirklich eine Option, denn der Herr starrt einen so lange an bis ein Leckerchen kommt, er ist dabei so angespannt das er im leben nicht zur Ruhe kommt. Ach und kommt keins – wird erpresserisch gejammmert.

Eine neue strategie musste her

Da Kuma generell unter einem Aufmerksamkeitsdefinzitsyndrom leidet und alles in seinem Leben kommentiert, was ihm nicht schnell genug geht. Fahren wir nun einen ganzheitlichen Weg.

  1. Ruhe Übungen werden zuhause durchgeführt, ausführlich erklärt in unserem Artikel Wie lernt mein Hund Ruhe
  2. Auf unseren Spaziergängen werden nun auch Ruhephasen eingebaut, bedeutet für uns, Kuma sitz oder liegt neben uns während wir dumm auf einem Feld stehen. Ist er ruhig wird er gelobt, allerdings mehr Verbal, da dies besser funktioniert, als durch Fressen. Jammert er, wird er kurz gemaßregelt, allerdings nur weil wenn wir das nicht tun, er so sehr aufdreht das es kaum noch Sinn macht. Die Ignorierenstrategie macht bei ihm alles nur noch schlimmer. Deswegen würde ich euch raten testet es bei eurem Hund, mit Kylar hat es wunderbar funktioniert, ihn auch einfach mal zu ignorieren bis er wieder ruhig ist. Also auch kein Blickkontakt etc.
  3. Wir besuchen vermehrt Cafes und kleine Lokale für kurze aufenthalte und steigern diese zunehmend.

Mit diesen Punkten funktioniert es momentan ganz gut. Kuma und ich trinken einen Kaffe und ziehen dann weiter. Beim nächsten mal, schaue ich mir noch etwas auf dem Handy an und so steigere ich die Zeit immer ein bischen mehr. Dabei lobe ich ihn immer mal wieder Verbal und ab und an mit Leckerchen, das allerdings nur noch selten.

Die richtige Tischwahl

  • Der Tisch sollte möglichst uneinsichtig sein
  • Nicht direkt am Laufgang entlang führen
  • Bei großen Hunden am besten für zwei Personen mehr platz haben, als anwesend sind.
  • um so langweiliger der Tisch, um so schneller kommt Hund zur Ruhe (außer Kuma der gerne was zu gucken hat, wenn man schon unter so einem doofen Tisch liegen soll)

Nun kommen wir zu alles entscheidenen letzen Frage

Warum nehme ich meinen Hund überhaupt mit ins Lokal?

Kylar und auch Kuma begleiten uns meist den ganzen Tag (falls sie nicht beim Sitter sind), das bedeutet auch, das Sie mit ins Büro gehen. Geht es dann zu einem Geschäftsessen, ist es für den Hund sicherlich nicht schön im Auto warten zu müssen, gerade im Sommer, ist es dann einfach zu warm und kann lebendsbedrohlich werden.

Auch im Urlaub, lasse ich ungerne den Hund alleine im Ferienheim, gerade auf Wanderungen, kehren wir viel in Lokalitäten ein und da finde ich es wichtig das Kuma mitspielt und den anderen Gästen nicht auf den Geist geht.

Es wird immer Situationen im Leben geben, wo man sich entscheiden muss ob man ins Restaurant will oder ob der Hund das nicht zu lässt. Da wir viel unterwegs sind und Kuma als einen Teil unserer Familie sehen, fände ich es schade auf Ausflüge verzichten zu müssen, weil die Strecke ohne Verpflegung zu lang wäre oder eine spontane Einkehr nicht möglich ist.

Wie habt ihr es Trainiert? Gab es ähnliche Probleme oder waren sie Naturtalente und haben einfach schon immer unter dem Tisch geschlafen?

Liebe Grüße und nasse Küsse

Eva und Kuma

4 thoughts on “Wie lernt mein Hund ruhig im Restaurant zu sein?”

  1. Unsere ersten Restaurantbesuche waren tatsächlich im Dönerladen! Mhhh.. da riecht es ja sooo lecker. Trotz allem haben die ersten Besuche wirklich gut geklappt. Fürs brav liegen gab es Leckerchen und den Boden abschlecken fand der Keine auch ganz toll.
    Einige Wochen drauf waren wir schließlich in einer Pizzeria. Am besagten Abend herrschte so viel Trubel, dass an ruhig liegen erst gar nicht zu denken war. Als die Leute an den anderen Tischen dann auch noch anfingen über unseren Hund zu reden, ihn anzuschauen weil er sooooo süß ist, ihm zuzuquitschen … ja, du kannst dir denken, dass da kein Welpe mehr unter dem Tisch liegen will. Wir haben schnell unsere Pizza gegessen und sind nach Hause gegangen.
    Unseren nächsten und letzten Restaurantbesuch hatten wir schließlich am Ende eines Wildparkbesuches. Der Herr war sehr müde und lag mehr als brav unter dem Tisch. Ab und zu gab es ein Leckerchen. Ich hoffe der nächste Besuch knüpft an den ersten an.

  2. Danke für deinen tollen Artikel. Mir ist aufgefallen, dass das Verhalten stark vom Herrchen und Frauchen abhängt. Sind diese ruhig und gelassen…sind es die Hunde in den meisten Fällen ebenfalls.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.